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Lexikon zum Laborbefund

Glukose

In der Blutbahn befindliche Glukose kommt unter Einwirkung von Insulin in die Zellen.  Beim Fehlen von Insulin, z. B. beim Diabetes mellitus Typ I, kann die Glukose nicht richtig in die Zellen eindrin­gen und bleibt deshalb im Blut. Ist die Wir­kung des Insulins auf die Zel­len herabge­setzt (Diabetes mellitus Typ II) spricht man von „Insulin-Resistenz“. Folge ei­ner man­gelnden Glukoseaufnahme ist eine Hy­perglykämie. Glukose wird dann im Urin aus­ge­schieden (Nierenschwelle von etwa 180 mg/dl) und kann entsprechend mit Teststreifen gemessen werden.

Erhöhte Glukosewerte finden sich bei Dia­betes mellitus durch Insulinmangel (Typ1) oder fehlender Insulinwirkung (Typ 2), Schilddrü­senüberfunktion,  Morbus Cu­shing bzw. Corti­sontherapie, Pankreatitis und Pankreas-Karzi­nom.

Hypoglykämien sind seltener und treten bei einer Insulinüberdosierung, aber auch bei Stoffwechselentgleisungen auf. Dazu gehören eine gesteigerte Insulinproduk­tion bei Erkran­kungen der Bauchspeichel­drüse, Lebererkran­kungen, eine Hypothy­reose, ein  Morbus Addi­son oder auch mangelnde Nahrungszufuhr nach über­mäßiger körperlicher Arbeit oder als Medi­kamentennebenwirkung.

Im Rahmen eines Blutzuckertagesprofils wird bei auffälligem Nüchternwert eine mehrmalige Messung an einem Tag durchgeführt oder ein oraler Glukose-Tole­ranz-Test (OGTT) ange­schlossen, bei dem der Patient eine definierte Menge an Glukose trinkt; Voraussetzungen sind eine 3 Tage ausgewogene KH- Aufnahme (150 - 250 g/d), dann

1.     Blutentnahme nüchtern, morgens zwi­schen 8.00 und 9.00, dann orale Gabe von 75 g Glukose in 300 ml Tee oder Was­ser (bzw. konfektionierter Probetrunk).

2.     Wei­tere Blutentnahme erfolgt nach 60 und 120 Minuten. Die Blutentnahme zur Glukosebestimmung kann kapillär (Tagespro­fil) oder venös erfolgen.

Dabei ist zu be­achten, dass der Glukosewert im Serum sehr schnell absinkt und daher EDTA-Flu­orid zur Stabilisierung verwendet werden sollte.

Normbereich: nüchtern 55 - 110 mg/dl, postprandial bis 160 mg/dl

Zur Bestimmung kommt eine Vielzahl ve­schie­dener enzymatischer Farbtests (z. B. Hexoki­nasereakti­on) in Frage.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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