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Lexikon zum Laborbefund

HbA1c

HbA1c ist der mit Zucker verbundene, gly­kierte Blutfarbstoff und wird prozentual zum indi­viduellen Gesamthämoglobin an­gegeben. Während Blutzucker- und Urinzu­ckermessun­gen nur eine Mo­ment­aufnahme des Zucker­stoffwechsels ge­ben, zeigt der HbA1c-Wert die Höhe der durch­schnitt­lichen Blutzucker­werte während der letzten sechs bis zwölf Wo­chen an. HbA1c dient auch zur Ver­laufskon­trolle der Dia­betestherapie. Die HbA1c-Bil­dung er­reicht nach etwa 28 Tagen ein Plateau, über das hinaus kein weiterer Anstieg erfolgt. Mit steigenden HbA1c-Werten erhöht sich das Ri­siko, eine diabetische Retinopathie zu entwi­ckeln.

Mögliche Ursachen falsch niedriger HbA1c-Werte können sein: Hämoglobino­pathien, bei­spielsweise Sichelzellanämie, HbC oder HbD, hämolytische An­ämie durch schnelleren Um­satz, Kugelzellanä­mie, Hemmung der Glykolie­rung durch Acetyl­salicylsäure, Blut­verlust oder frü­here Transfusion. Mögliche Ursachen falsch hoher HbA1c-Werte sind eine HbF-Erhöhung, Urämie, chronische Eisen­mangelanämie, Hy­pertriglyzeridämie, Al­koho­lis­mus sowie eine  Therapie mit Beta-Lactam-Antibio­tika.

Zu seiner Bestim­mung werden unter­schiedliche chromatographische (HPLC) oder immunologische Methoden eingesetzt, die je­doch nicht nur die mit der Blutzuckereinstellung kor­relierte gly­kierte Komponente, sondern auch andere Fraktionen erfassen.

Eine 2002 veröffentliche Referenzmethode (IFCC) misst aus­schließlich die diagnostisch rele­vante HbA1c-Fraktion und ist daher vorzuziehen. Werden die gewohnten Routinewerte hier­mit standardisiert, liegen die so er­halte­nen Ergebnisse im Grenz­bereich etwa 1/3 niedriger als die herkömmlichen.

Um Fehlinterpretationen zu vermeiden, ist es internationaler Konsens, die mit der neuen Standardisierung erhaltenen Er­gebnisse in der Einheit mmol/mol Hämoglobin (Hb) an­zugeben, deren Zahlenwerte um etwa eine Zeh­ner­potenz höher als die bisherigen liegen.

Um Ärzten und Patienten aber die Gewöhnung an die neuen Werte zu er­leichtern, werden zu­nächst die Ergebnisse in bei­den Einheiten an­gegeben.

Gewohnte Einheit  (DCCT-Standardisierung)  in [%]: Normbereich Gesunde: 4,0 – 6,0 %

Richtwert einer optimalen Diabetesein­stellung: kleiner 6,5 %.

Neue Einheit (IFCC-Standardisierung) in [mmol/mol Hb]:

Normbereich  Gesunde: 20 – 42 mmol/mol Hb 

Der Richtwert einer optimalen Diabetesein­stellung liegt bei we­niger als 48 mmol/mol Hb. Umrechnung: HbA1c (mmol/mol) = (HbA1c [%] - 2,15) x 10,929

 

Berechnete mittlere Glucosekonzentration

Wiederholt gab es Ansätze, aus der langfristi­gen Kontrollgröße HbA1c eine mittlere Gluco­sekonzentration im Blut zu errech­nen. Mit Ab­schluss der internationalen ADAG-Stu­die (Di­abetes Care 2008; 31:1473) wurde nun die Kor­relation zwischen HbA1c und mittlerer Gluco­sekonzentration für den praktischen Gebrauch definiert. Mehr als 500 Probanden (Diabetes Typ I bzw. II und Gesunde) mit je­weils 2700 Messwerten bildeten dafür die Da­tengrundlage. Die Beziehung zwischen HbA1c und mittlerer Glucosekonzentration stellt sich wie folgt dar:

Berechnung: Mittlere Glucosekonzentration im Blut [mg/dl]  =  28,7 x HbA1c [%] - 46,7

Normbereich: 68 – 126 [mg/dl]  


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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