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Lexikon zum Laborbefund

Lipoprotein(a)

Das Lipoprotein(a) wird als unabhängiger Risi­ko­faktor für Atherosklerose und die ko­ro­nare Herzkrankheit (KHK) diskutiert. Die Kon­zentration von Lp(a) ist weitgehend gene­tisch determiniert und zeigt eine sehr breite Verteilung in der Bevölkerung. Werte unter 30 mg/dl sind als normal an­zusehen. Über seine physiologische Funktion und seinen Metabo­lismus herr­schen noch weitgehend Unklarheit, dage­gen ist sein Wert als Risikofaktor gesi­chert.

Lp(a) besteht aus dem Apolipopro­tein(a), wel­ches über Disul­fidbrücken mit dem Apoli­popro­tein B-100 an ein dem LDL-ähnlichen Partikel gebunden ist. Apo­li­poprotein(a) kann als struk­turhomo­loges Plas­mi­no­gen betrachtet werden, welches jedoch nicht fibrinolytisch aktiviert werden kann. Auf diese Weise ver­hindert Lp(a) die Bindung des fibrinolytisch wirk­samen Plas­minogens und kann dadurch die Bildung athe­romatöser und thromboti­scher Plaques begünsti­gen.

Patienten mit koronarer Herzkrankheit haben im Ver­gleich zu Normalkollektiven eine deut­lich höhere Kon­zentration an Lp(a) im Serum. Bei Werten über 30 mg/dl kann man sta­tistisch von einer Verdop­pelung des Risi­kos ausgehen. Die­ses Risiko wird um ein Vielfaches gestei­gert, wenn gleichzeitig die LDL-Werte erhöht sind.

Therapeutisch und diätetisch ist die Lp(a) Kon­zentration augenblicklich kaum zu be­ein­flussen; lediglich eine deutliche Ge­wichtsre­duktion kann bei adipösen Pati­enten zu einem Abfall des Lp(a)-Spiegels führen. Bei Patien­ten mit gleich­zeitig er­höhtem LDL-Spiegel sollte dieser umge­hend therapeutisch vermin­dert werden.

Bestimmungsmethode: Turbidemetrie

Normbereich: bis 30 mg/dl


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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