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Lexikon zum Laborbefund

Adiponectin

Adiponectin ist ein Protein aus 247 Amino­säuren und wird vom Gen APMI auf Chro­mo­som 3q27 kodiert. Es kann in-vivo in mindestens drei ver­schiedenen Oligome­ren auftreten.

Als Fettgewebshormon wird Adiponectin haupt­sächlich von Adipozyten des weißen Fettgewe­bes, teilweise auch von Muskel- und Leberzel­len, gebildet und erhöht die In­sulinsensitivität durch Verbesserung der in­sulininduzierten Sig­nal­transduktion. An­tia­therosklerotische und ent­zün­dungshem­mende Effekte sind ebenfalls beschrieben.

Adiponectin stimuliert die Fettsäureoxida­tion in Muskeln und Leber und führt zu ei­ner Verbesse­rung der Insulinsensitivität. Bei adipösen Pati­enten ist die Plasmakon­zentration von Adipo­nectin erniedrigt. Es hat sich eine ne­gative Kor­relation mit dem BMI gezeigt. Bei kurzfristigen Erhöhungen des Insulinspiegels kommt es zu ei­ner vermehrten Freisetzung von Adiponectin, während chronisch erhöhte Insulin­werte den Se­rumspiegel vermindern.

Die meisten adipösen Menschen haben vermin­derte Adiponectin-Spiegel im Blut. Niedrige Adi­ponectin-Spiegel konnten mit dem Risiko für die Entwicklung eines Typ 2 Diabetes und einer koronaren Herzkrank­heit korreliert werden, au­ßer­dem scheinen sie eine wichtige Rolle bei der Entstehung des metabolischen Syn­droms zu spielen.

Hohe Spiegel wurden bei Patienten mit Leberzir­rhose beobachtet.

Da Adiponectin sowohl den Fettabbau be­schleu­nigt als auch die Blutzucker sen­kende Wirkung von Insulin verbessert, wäre es grundsätzlich für die Entwicklung eines neuartigen Medikaments gegen Di­abetes und Fettleibigkeit geeignet.

Normbereich: 3,1-19,8 mg/l


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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