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Lexikon zum Laborbefund

Orexin A und B (Hypocretin 1 und 2)

Orexin wird hauptsächlich im Hypothala­mus synthetisiert und stimuliert – im Ge­gensatz  zum Leptin – kurzfristig die Nah­rungsaufnahme. Au­ßerdem spielt es eine Rolle in der Regulation des Energiehaus­haltes und des Schlaf-/Wach-rhyth­mus. Orexin scheint eine Steigerung der Vigi­lanz zu bewirken. Die Orexin-Expression wird in sehr komplexer Weise reguliert.

Bei Narkolepsie-Patienten wurde beo­bachtet, dass Orexin A im Liquor fast nie nachweisbar ist. Die Rolle des Orexins bei der Initiierung der Nahrungsaufnahme würde vermuten lassen, dass Narkolepsie-Patienten weniger essen und schlan­ker sind als der Durchschnitt. Im Gegen­teil wei­sen Narkolepsie-Patienten jedoch eine Tendenz zur Übergewichtigkeit mit er­höhtem BMI auf bei ähnlichem Aktivitäts­niveau.

Mögli­cherweise lässt sich dieses Paradoxon dadurch erklären, dass Nar­kolepsie-Patienten ebenfalls eine ernied­rigte Leptinkonzentration im Plasma auf­weisen, die eine gestörte Verwertung der zu­geführten Energie wahrscheinlich macht. Nar­kolepsie-Pa­tienten weisen häufiger einen patho­logischen oralen Glukose-Toleranztest auf und er­kranken häufi­ger an Diabetes mellitus Typ 2, wobei nicht geklärt ist, inwieweit es sich um eine Folge des Übergewichtes handelt.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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