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Lexikon zum Laborbefund

Cross-Links

Pyridinolin (PYD) und Desoxypyridinolin (DPD) bilden in Knochen und Knorpeln soge­nannte Quervernetzungen, die die einzelnen Kollagenfasern miteinander verbinden. Im Ge­gensatz zum ubiquitären Hydroxyprolin zeigen sie ein recht spezifi­sches Gewebemuster; PYD findet sich in Knochen, Knorpel, Sehnen und Bändern, während DPD fast ausschließlich im Kno­chen vorkommt. Erkrankungen, die mit ei­nem gesteigerten Knochen- oder Knorpel­abbau einhergehen, führen zu einer Zer­störung des Kollagens durch proteolyti­sche Prozesse. PYD- und DPD-Querver­netzungen (Pyridinolin- und De­soyxpyridi­nolin-Crosslinks) werden freige­setzt, im Organismus nicht weiter metabo­lisiert und so renal unverändert ausge­schieden. Die Be­stimmung von DPD im Urin ist ein äu­ßerst sensi­tiver Marker für alle Erkrankun­gen, die mit Knochenab­bauprozessen as­soziert sind. Dazu gehö­ren insbesondere: Osteoporose (Meno­pause), Hyperparathy­reoidismus, Morbus Paget, Osteolytische oder osteoblastische Metastasen.

Während der frühen Menopause zeigen Frauen leicht erhöhte DPD-Konzentratio­nen, die sich jedoch bald wieder normali­sieren. Kinder und Jugendliche haben ebenfalls, -in Abhängigkeit ihrer Wachs­tumsgeschwindigkeit-, erhöhte Werte. Frauen, bei denen nach der Menopause eine Osteoporose auftritt, haben deutlich erhöhte DPD-Spiegel, die therapeutisch durch Östrogen­gabe reduzierbar sind.

Patienten mit primärem Hyperparathyreo­dismus zeigen deutlich erhöhte DPD-Werte, die sich nach Parathyreoidektomie wieder normalisieren.

Beim M. Paget sind aufgrund der massi­ven Kno­chenstoffwechselstörung deutlich erhöhte DPD-Konzentrationen zu erwar­ten; entsprechendes gilt für alle osteolyti­schen und osteoblastischen Knochenme­tastasen.

Zur Beurteilung müssen die entsprechend ge­messenen Werte auf die Kreatininkon­zentration im Urin bezogen werden.

Als Normbereich ist für Desoxypyridinolin fol­gender Wert anzunehmen: 20 -50 µg/g Kreatinin


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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