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Lexikon zum Laborbefund

RDW

Die „RDW“  (red cell width distribution) oder die „EVB“ (Erythrozytenverteilungsbreite) zeigt die Verteilungshäufigkeit der Erythrozyten-Volu­mi­na auf und ist somit ein numerischer Ausdruck für die Anisozytose. Eine Anisozytose und damit die Verteilungshäufigkeit wird immer dann breiter bzw. die RDW größer, wenn neuge­bildete Erythrozyten kleiner ( wie beim Eisen­mangel) oder größer (z.B. beim Vitamin B12- oder Folsäuremangel) als vorher gebildete Ery­throzyten sind. Zu beachten ist, dass der RDW-Wert sich mit zunehmendem Alter der Probe auf Werte außerhalb des Referenz­berei­ches erhöhen kann. Verminderte RDW-Werte haben keine Bedeutung.

Die Berechnung der RDW erfolgt auf Grund folgender Formel:

RDW  =

Standardabweichung des MCV


                     MCV

x 100

Normbereich:  11.5 - 14.5 %

Zusammen mit dem MCV kann die RDW differentialdiagnostische Hinweise bei Vorliegen einer Anämie erlauben. Erhöhte RDW-Werte weisen insbesondere auf einen nutritiven Mangel oder eine Hämolyse hin. Die Erythro­zytenverteilungsbreite kann zur Abgrenzung einer heterozygoten Thalassämie von einer Eisenman­gel­­anä­mie eingesetzt werden. Bei einer Thalasämie werden gleichmäßig kleine Erythrozyten gebildet.  Während daher bei der Thalassämie der RDW-Wert normal oder nur ge­ringfügig erhöht ist, zeigt eine Eisen­mangelanämie mit zunehmendem Eisenmangel eine Erhö­hung der RDW-Wertes. Dies gilt nicht für homozygote Thalassämien. Hilfreich ist die RDW auch bei der Unterscheidung zwischen Eisenman­gelanämie und Begleit­anä­mie („Ent­zündungsanämie“), da eine Begleitanämie meist normale RDW-Werte zeigt.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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