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Lexikon zum Laborbefund

Anionenlücke

Man bezeichnet die Differenz zwischen Nat­rium-, Chlorid- und Bikarbonat-Wert als Anio­nenlücke. Die Berechnung der Anio­nenlücke er­folgt also folgendermaßen:

Anionenlücke = Natrium - Chlorid - Bicar­bonat (Einheiten: mmol/l)

Die Anionenlücke dient,  die Ursache einer Über­säuerung (=Azidose) des Blutes zu finden und bei Vergiftungen Hinweise auf die Ursache zu geben. Sie wird durch die nur aufwendig und daher seltener gemes­senen Anionen Proteinat, Phosphat, Lak­tat, Sulfat und organischen Säuren be­dingt.

Überwiegen bei bestimmten Erkrankungen die Anionen (Natrium kleiner als die Summe aus Chlorid und Bicarbonat), be­zeichnet man diese als „negative Anio­nenlücke“.

Eine Erhöhung der Anionenlücke weist auf  vermehrte Konzentrationen organi­scher Säuren wie Lactat oder Acetat hin, die Bikarbonat ver­drängen und durch Chlorid nicht ersetzt werden können.

Die Berechnung der Anionenlücke ist bei der Diagnose von metabolischen Azido­sen innerhalb gemischter Säure-Basen-Störungen, bei denen die Werte der Blut­gasanalyse allein nicht hin­weisend sind, von besonderer Bedeutung.

Bei einer metabolische Azidose, z. B. durch mangelnde Ausscheidung von Pro­tonen im Rah­men eines Nierenversagens oder bei einem Ab­fall des Bikarbonats, meist bei Diarrhöe,  wird die Anionenlücke größer (Subtraktionsazi­dose). Entspre­chendes gilt beim Anfall von Säu­reaqui­valenten (Ketoazidose, Laktatazidose, In­toxi­ka­tion mit Salizylaten) als Additionsa­zidose.  Bei hyperchlorämischen Azidosen bleibt die Anio­nenlücke normal.

Normbereich: 8 - 16 mmol/l


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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