Lexikon zu Ihrem Laborbefund

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Lexikon zum Laborbefund

Prokollagen-III-Peptid

Kollagene vom Typ I und III finden sich über­wiegend im Bindegewebe der Leber. Kommt es infolge einer Erkrankung zu ei­ner aktiven Bin­degewebsvermehrung (Fibrosie­rung) in der Le­ber, so entsteht dabei ver­mehrt Prokollagen-III-Peptid (P-III-P). Ein er­höhter Serum-P-III-Spie­gel ist somit ein Maß für den Umbau von funkti­onsfähigem Lebergewebe in Bindege­webe. Dies ist der Fall bei alkoholisch oder virusbedingten Verlaufsformen der Leberfibrose und Zir­rhose. Auch bei eini­gen anderen Erkran­kungen wie Lungen­fibrose, Akromegalie und M. Paget kommt es zu erhöhten P-III-P-Spiegeln.

Die diagnostische Bedeutung von P-III-P-Se­rumspiegeln liegt nicht in der Erstdiag­nose, son­dern in der Verlaufskontrolle der Erkrankung, um den aktuellen Fibrosie­rungsgrad zu quantifi­zieren. Auch wenn auf die histologischen Unter­suchung des Pati­enten nicht gänzlich verzichtet werden kann, so kann doch bei Langzeitkon­trollen die Anzahl von Leberbiopsien einge­schränkt werden. Dies zeigt sich anhand einzel­ner Krankheitsverläufe, bei denen der P-III-P-Serumwert zeitgleich mit dem histologischen Befund ermittelt wurde.

Das Ansprechen des Patienten mit einer chro­nisch aktiven Hepatitis (CAH) auf die immun­suppressive Therapie incl. Adaptie­rung der Do­sierung kann ebenfalls über P-III-P verfolgt wer­den. Indikation zur Be­stimmung von P-III-P be­stehen somit bei der Verlaufskontrolle einer chronisch akti­ven Hepatitis, Leberfibrose und Leberzir­rhose.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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