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Lexikon zum Laborbefund

Ethylglucuronid

Mit dem Ethylglucuronid (EtG) steht ein neuer spezifischer Marker für den Alko­holkonsum zur Verfügung. Dabei handelt es sich um einen Al­ko­holmetaboliten, der in der Leber glucuro­ni­diert und über die Niere ausgeschieden wird. Da Ethylglucu­ronid im Gegensatz zum Alkohol lang­sa­mer abgebaut wird, geschieht die Aus­scheidung über den Urin mit entsprechen­der zeit­licher Verzögerung und ermöglicht somit den Nachweis eines intensiven Al­koholgenusses bis zu drei Tagen später. Bereits nach dem Genuss von 10 Gramm reinen Alkohols lässt sich EtG gut nach­weisen, wobei die maximalen EtG-Kon­zentrationen nach erfolgtem Alkoholge­nuss erst mit einer zeitlichen Verzögerung von etwa 2 bis 4 Stunden in bezug auf das Maximum der Blut­alkoholkonzentration gemessen werden. Abhän­gig von der konsumierten Alkoholmenge können im Blut schon nach wenigen Stunden keine Al­ko­holspiegel mehr nachweisbar sein, wohinge­gen die EtG-Konzentration im Se­rum erheblich später ihr Maximum erreicht und noch lange über den Urin ausge­schieden wird. 

Die Nachweisdauer hängt von der Alkoholdosis ab und beträgt im Urin bis zu 6 Tagen nach Al­koholkonsum.

Somit schließt EtG die diagnostische Lü­cke zwi­schen der direkten Alkoholbestim­mung im Blut und den oben erwähnten Langzeitmarkern CDT, Gamma-GT und dem mittleren Volumen der Erythrozyten (MCV).

Description: clearDie Bestimmung von EtG ist daher beson­ders bei der Überwachung von Patienten im stationä­ren Alkoholentzug oder in Al­koholentgiftung sowie für Fragestellungen, bei denen ein Alko­holkonsum Stunden bis wenige Tage vorange­gangen war, indiziert.

Normbereich:

Kein Nachweis von EtG ist bei Urin­konzentrati­onen unter 0.5  mg/l gegeben.

 


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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