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Lexikon zum Laborbefund

Selen

Selen fungiert im Körper als Bestandteil ver­schiedener Selen­proteine. Die höchsten Kon­zentrationen findet man in den en­dokrinen Orga­nen, den Gonaden, dem Gehirn und in der Mus­kulatur. Die benötigte Selen-Menge liegt bei ca. 0,1 mg/Tag und wird über die Nahrung enteral resorbiert.

Die individuellen Selenspiegel hängen von der Selenzufuhr über die Nahrung ab und hier­ inbe­sondere auch vom Selenge­halt der Acker-Böden. Selen wird in pflanzlicher Nahrung  als Selen­methi­onin aufgenommen und erst durch den Ab­bau die­ser Aminosäure bioverfügbar. Die Selen­zufuhr durch die Nah­rung ist in Deutschland suboptimal, ohne dass je­doch bisher ein echtes Selen­mangelsyndrom bei aus­gewogener Er­nährung aufge­treten ist. Im Blut wird Selen an Selenoprotein P gebun­den und transportiert. Der Einbau in Proteine erfolgt dann als Seleno­cystein. Bislang wurden ca. 15 der mindestens 30 Sele­nopro­teine identifiziert. Näher charak­terisiert sind neben den Glutathionpe­roxidasen, die die zellständigen Phospholipide und ungesät­tigten Fettsäuren durch den Abbau von Wasser­stoffperoxid oder komplexen Lipidperoxiden schüt­zen, die Dejo­dinasen, die an der Akti­vie­rung von Schilddrüsen­hormonen beteiligt sind, sowie die Thioredoxinreduktasen, die eine wich­tige Rolle bei der Regulation des zellulären Re­doxstatus und der DNA-Biosynthese spielen.

Ein Selenmangel, z.B. durch semisynthetische Diät, langfristige parenterale Ernährung oder Alkoholismus, äußert sich in Herz­mus­kel­schwä­che, einer Be­ein­trächti­gung der Schild­drüsen­funktion, einer allgemeinen Muskel­schwä­che und Stö­rungen der Immunfunktion. Die Voll­blutuntersuchung gibt ge­nauere Infor­mationen über den Stand der Selenversorgung als die im Serum.

Selenintoxikationen äußern sich durch Knob­lauchge­ruch von Atemluft und Schweiß, Kopf­schmerzen, Reizung der oberen Atemwege, durch gastrointesti­nale Beschwerden und Nervo­sität. Berufsbedingte Selenintoxikationen werden in der Glas-, Porzellan- und Elektroindustrie be­obachtet.

Die Spanne zwischen einer Selen­unterversor­gung und über­höhter Zufuhr ist ver­hältnismäßig gering. Erste toxische Wir­kungen treten bei einer Selen­konzentration im Serum ab 400 bis 800 Mikro­gramm pro Liter auf.

Normbereich Serum: 74-139 µg/l


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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