Lexikon zu Ihrem Laborbefund

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Lexikon zum Laborbefund

Probenmenge und Stabilität

Detaillierte Hinweise zur Stabilität einzel­ner Pa­rameter sowie des benötigten Pro­benmaterials sind im Leistungs­verzeichnis der untersuchenden Laboratorien beschrie­ben.

Medikamente sollten in der Regel erst nach der Blutentnahme eingenommen werden, bei Blutal­koholbestimmungen dür­fen für die Haut­desin­fek­tion keine al­koholhaltigen Desin­fektions­mit­tel verwen­det werden. Für virusse­rologische Un­ter­suchungen sollten orginal­verschlossene Blut­ent­nahme­gefäße eingesandt werden (Ver­mei­dung von Kontaminationen). Pro­ben sollten nie dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden.

Die in unserem Leistungsverzeichnis ange­gebe­nen Probenmengen gelten für Einzelbestimmun­gen. Sollten mehrere Be­stimmungen gleichzeitig gewünscht wer­den, sind evtl. geringere Volu­mina ausrei­chend.

Vollblut (natives Blut), bzw. Serum wird in der gesam­ten Kli­nischen Chemie (Glukosebestim­mung nur bei sehr kurzen Trans­portzeiten), in der Infektions- und Blutgruppen­serologie, der Endokri­nologie, der Autoimmu­nologie, bei Tu­mormarkern und Medikamenten­spiegeln einge­setzt.

Serum entsteht nach Gerinnen und Zentrifugie­ren des durch Venenpunktion gewonnenen Voll­blutes. Dabei muss mindestens eine Zeit von ca. 30 Minuten zwischen Abnahme und Zentrifugie­ren für Koagulation und Retraktion abgewartet werden.  Stabile Parame­ter sind alle Proteine, Im­­munglobuline und Antikörper. Entsprechen­des gilt für solche Ionen, die innerhalb der Erythro­zyten und außerhalb im Serum oder Plasma in etwa der gleichen Konzentration vor­handen sind. Ist dies nicht der Fall, reicht eine Trennung von den zellulären Bestandtei­len aus, um verlässliche Werte zu ermit­teln. Dies kann entweder durch Überfüh­ren des Serums in ein Sekundärröhrchen, dem Einsatz eines Antikoa­gulanzes (Lithium-Heparinat) oder durch die Verwendung eines Gel-Röhr­chens mit zü­giger Zentrifugation ge­lingen.

Die Stabilität der meisten Enzyme und Hormone wie z.B. Cortisol, LH, FSH oder Östra­diol ist hoch. An­dere Hor­mone wie Calcito­nin oder ADH u. a. sind jedoch sehr insta­bil. Sollte sich eine Probenlagerung nicht vermeiden las­sen, ist die Probe verschlos­sen, und so­fern nicht anders angegeben, bei Raum­tempe­ratur lichtgeschützt aufzubewahren.

Gefroren werden muss Serum oder Plasma bei längerem Transport oder La­gerung für folgende Untersuchungen. Ab­nahmezeit und Ankunft im Fachlabor müssen zusätzlich in der EDV bei *  do­kumentiert werden, da diese Analyte nur be­grenzt haltbar sind.

Probenmaterial                       Parameter            

ACTH *

EDTA-Plasma

ADH

EDTA-Plasma

Aldosteron

Urin

Ammoniak *

EDTA-Plasma

Biotin (Vit. H)

Serum

Calcitonin

Serum

Dopamin

EGTA-Plasma

Gastrin

Serum

Glucagon

EDTA-Plasma

Histamin

EDTA-Plasma

IGF-1

Serum

IGF-BP3

Serum

Katecholamine

EGTA-Plasma

Malondialdehyd

EDTA-Plasma

Parathormon related Peptide

EDTA-Plasma

Serotonin

Serum

TNF

Serum

VIP

EDTA-Plasma

Vitamin A

Serum

Vitamin C

Heparinplasma

Vitamin E

Serum

Für folgende Parameter muss das Blut schnells­tens zentrifugiert und Serum ge­wonnen werden:

Kalium, GOT, Glukose (nicht bei EDTA/Fluo­rid), LDH, Lactat, Homocystein. Für Homo­cystein müssen Abnahmezeit und Ankunft im Labor zusätzlich in der EDV dokumentiert wer­den. Lichtgeschützt einzusendende Parame­ter sind Beta-Ca­rotin, Bilirubin im Fruchtwasser, Porphy­rine, Pyridinoline, Vitamin A, Vitamin E und Vitamin K.

Gewärmtes Vollblut (z. B. in Thermos­kanne) wird für die Bestimmung der Kry­oglobuline und Kälteagglutinine benötigt.

Vollblut kann durch Zusatz von EDTA, Citrat oder  Heparin ungerinnbar gemacht werden. EDTA-Blut, bzw. Plasma (BB-Röhr­chen) wird insbe­son­dere bei fol­gen­den Untersu­chun­gen ein­ge­setzt: Blut­bild, HbA1c, Hb-Elektropho­rese, Erythrozy­tenenzyme, Erythrozy­ten-Porphyrine, HLA-, Lympho­zytentypisierung, PCR (human­ge­netisch oder infektologisch), Vi­tamin B1 und B2, ACTH, Renin, Cyclosporin, Tacroli­mus, Si­roli­mus, Ammoniak, Blei, Met-Hb, CO-Hb.

Citrat-Plasma ist in der Regel für alle Gerin­nungs­untersuchungen (z. B. Quick, PTT, Fakto­ren, Protein C/S, APC-Resistenz) notwendig (ge­naues Füll-, bzw. Mischungs-volumen beach­ten).

Um einen in vitro-Abbau des Analyten zu ver­hindern, wird EDTA-Fluorid-Blut für die Be­stimmung von Glukose (bei langen Transportzei­ten), Lactat, Pyruvat, Xylose, GaLactose und Fructose verwendet. Speziell für die Glukose­be­stimmung wird neuerdings NaF/Citrat/Ci­trat­puffer-Blut eingesetzt.

BSG-Röhrchen werden ausschließlich für die Blutsenkung nach Westergren verwendet.

Lithium-Heparinplasma kann nach laborinter­ner Valida­tion bei den meisten klinisch-che­mi­schen Routineuntersuchungen (Ausnahme Elek­­trophoresen, Vancomycin, Lithium) an Stel­le von Serum verwendet werden und kann damit die Stabilität der Probe verbessern sowie die Zeit zwischen Abnahme und Zentrifugieren mini­mieren.

Material

Vacutainer Venosafe

Monovetten

Serum

braun

weiß

EDTA-Blut

violett

rot

Citrat-Blut 1+9,

Gerinnung

hellblau

grün

Citrat-Blut 1+4, BSG

schwarz

violett

Heparin-Blut 

grün

orange

EDTA-Fluorid

grau

gelb


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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