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Lexikon zum Laborbefund

Vitamin H, Biotin,Vitamin B7    

Vitamin H , auch als Biotin  oder Vitamin B7 bezeichnet, gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen aus dem Vitamin-B-Komplex. Biotin ist die prosthetische Gruppe der Carboxy-Trans­ferasen, durch die auch im menschlichen Körper CO2 gespeichert wird.

Biotin ist in den üblichen Nahrungsmitteln ausreichend enthalten und überwiegend an Proteine in Pflanzen und tierischem Gewebe gebunden; zusätzlich kommt es in Form von Biocytin als Verbindung mit der Aminosäure Lysin in Gemüse, Milch und Früchten vor.

Mit der Nahrung wird Biotin in freier und gebundener Form aufgenommenen. Das proteingebundene Biotin wird im Magen-Darm-Trakt zu Biocytin verdaut und ausschließlich durch das Enzym Biotinidase zu Biotin und freiem Lysin hydrolisiert. Seine weitere Resorption erfolgt hauptsächlich im proximalen Dünndarm.

Für den menschlichen Organismus ist Biotin von umfangreicher Bedeutung. Eine zentrale Rolle nimmt es bei wichtigen Stoffwechselvorgängen wie Gluconeogenese, Fettsäuresynthese und Aminosäurestoffwechsel ein; ferner hat Biotin Einfluss auf das Wachstum und Erhaltung von Blutzellen, Talgdrüsen, Haut, Haaren und Nägel. Biotin­mangelerscheinungen können aufgrund angeborener Stoff­wechselstörungen (z.B. Bio­tini­dasemangel), falscher Er­nährung oder Le­bens­bedingungen, die eine erhöhte Bio­tinver­sorgung erfordern (z.B. Schwangerschaft, Still­zeit oder Leistungsport), entstehen.

Eine Unterversorgung an Biotin zeigt sich durch verschiedene Erkrankungen an Haut, Haaren und Nägeln. Dabei reichen die Krankheitsbilder von brüchigen Fingernägeln über verschiedene Alo­pezieformen bis hin zu schuppenden, ery­the­matösen und seborrhoischen Dermatitiden.

Normale Biotinspiegel bewegen sich zwischen 200 und 1200 ng/l. Da der Biotinspiegel von einem zum anderen Tag um bis zu 100 % schwan­­ken können, ist eine Biotinbestimmung an zwei bis drei Tagen zur sicheren Diagnose des Mangels als auch zur Verlaufskontrolle bei Substitutionstherapie ratsam.

Normbereich:

<100 ng/l: behandlungsbedürftiger Biotinmangel

100-250 ng/l: suboptimale Biotinversorgung

> 250 ng/l: ausreichende Biotinversorgung


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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