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Lexikon zum Laborbefund

B1, Thiamin    

Vitamin B1 oder Thiamin  ist ein wasserlös­liches Vitamin und spielt im Nervensystem als stim­mungsaufhellendes Hormon eine wichtige Rolle, da es für die Steuerung des Kohlenhydrat- und Aminosäurenstoff­wechsels zuständig ist. Beson­ders reich an Vitamin B1 sind Vollkornprodukte, Schweinefleisch und Hülsenfrüchte. Bei Alko­holikern kommt es auf Grund der ge­störten Auf­nahme und Stoffwechsels häu­fig zu einem B1-Mangel. Bei deutlich ver­minderten Vitamin B1 Spiegeln, gelegent­lich auch bei Schwangeren oder Personen mit permanenter körperlicher An­strengung beobachtet, kann es vielfältigen neu­rolo­gischen Symptomen wie Depression, Reiz­barkeit, Lern- und Gedächtnisstörun­gen, aber auch zu Müdigkeit, Herzrhyth­musstörungen und Verstopfungen kom­men. Eine regelmäßige Zu­fuhr ist daher zwingend notwendig.

Chronischer Thiaminmangel (Beriberi) wurde bereits ernährungsbedingt (polierter Reis) bei Seeleuten und ostasiatischen Ländern, z. T. mit letalem Ausgang be­schrieben. Die Wernicke-Enzephalopathie wird durch eine genetisch be­dingte Vari­ante der Thiamin-abhängigen Transketo­lase verursacht, die gegen Thiamin­mangel besonders empfindlich ist. Symptome ei­ner Überdosierung sind nicht bekannt, da über einen aktiven Transportmechmismus überschüs­siges Vitamin Beliminiert wird.

Normbereich Erwachsene: 20-60 µg/l


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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