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Lexikon zum Laborbefund

Cortisol

Cortisol ist das bedeutendste Glucocorti­costeroid und essentiell zur Aufrechter­haltung zahlreicher Körperfunktionen. Cortisol wird in der Zona fas­ciculata der Nebennierenrinde aus der Vorstufe Cho­lesterin gebildet. Cortisol ist zum größten Teil (ca. 90%) an das Transcortin, aber auch an Al­bu­min gebunden. Cortisol hat insbesondere eine antiinflammatorische und immunsupressive Wirkung. Nur ein geringer Anteil des Cortisols zirkuliert frei im Blut und ist damit physiolo­gisch wirk­sam.

Die Steuerung des Cortisolspiegels  er­folgt über die Hypothalamus-Hypophysen Nebennierenrin­den-Achse. Der Hypophy­senvorderlappen wird durch das CRH (Corticotropin-Releasinghor­mon) zur Ausschüttung von ACTH stimuliert, wo­­­durch wiederum Cortisol aus der Nebennie­ren­­rinde freigesetzt wird. Es be­steht ein ausge­prägter Circadianrhythmus mit einem Maximum am frühen Morgen und einem Minimum gegen Mitternacht.

Hohe Cortisolwerte finden sich beim Cu­shing-Syndrom. Die weitere Differenzie­rung erfolgt durch spezielle Funktionstests (Cortisol-Ta­gespro­fil, Dexamethason-Kurztest).  Zur Diag­nose eines Cushing-Syndroms wird die Be­stim­mung des Corti­sols im 24-Stunden-Urin ein­ge­setzt, da die Ausscheidung von Cortisol im Urin nicht dem circadianen Rhythmus unterliegt. Verminderte basale Cortisolwerte deuten auf eine Nebennierenrindeninsuffizienz hin. Die zu­sätzliche Bestimmung von ACTH ist notwendig.

Alternativ ist die Bestimmung von Cortisol im Speichel bei solchen Patienten zu er­wägen, bei denen Probleme bei der Urin­sammlung auftreten können.

Normbereich:

morgens 6.2 bis 19.4 µg/dl

abends   2.3 bis 11.9 µg/dl


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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