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Lexikon zum Laborbefund

Prolaktin

Prolaktin ist ein Proteohormon der Hypo­physe, das einem ausgeprägten Circadi­anrhythmus folgt. Stimuliert wird die Sek­re­tion von Prolaktin durch Östrogene, En­dor­phine, TRH, Serotonin und eine Viel­zahl von Psychopharmaka. Prolak­tin regt während der Schwangerschaft das Wachstum der Brustdrüsen an und fördert die Milchproduk­tion in den Brustdrüsen. Physiolo­gisch  wird die Ausschüttung von Prolaktin und Oxy­to­cin durch das Saugen des Kindes an der Brustwarze stimuliert. Patientinnen mit einer Amenor­rhoe zeigen oft eine Hyperprolakti­nä­mie. Das mono­mere Prolaktin ist die hauptsäch­liche ak­tive Form; bis zu 25% der Hyper­pro­lakti­nämien können auf die Ge­genwart von bio­logisch weniger aktivem Makroprolaktin (ein Komplex aus Prolaktin und IgG-Anti­kör­pern) zu­rückgeführt werden. Eine Diffe­renzie­rung wird durch Fällung mit PEG durchgeführt. Wer­te weit über 200 ng/ml sprechen für ein Prolakti­nom bei Nicht­schwangeren. Dieser Be­fund sollte durch bildgebende Verfahren unter­stützt wer­den. Die Höhe der basalen Prolaktin­kon­zentration kor­reliert gut mit der kernspin­to­mographischen Prolaktinom-Darstellung.

Prolaktin steigt physiologischerweise in der Schwangerschaft, bei Stress, Schmer­zen und starker körperlicher Belastung an. Es bewirkt bei Frauen häufig eine Ame­norrhoe kombiniert mit einer Funktions­schwäche des Gelbkörpers. Da­durch kommt es zu einer Erhöhung des Pro­geste­ronspiegels und ei­ner Verminderung von Östro­gen. Galak­torrhoe, Libidoverlust, Akne, fettige Haut, Rückbildung der Vagi­nalschleimhaut und Hirsutismus können die Folge sein.

Ein Makroadenom kann auch bei Männern zu einer Hyperprolaktinämie führen. Kli­nisch zei­gen sich Libido- und Potenzstö­rungen, eine Rückbildung der sekundären Geschlechtsmerk­male wie Bartwuchs und Schambehaarung und eine Vergrößerung der Brust mit spontanem Milchfluss.

Normbereich:

Frau bis 15,9 ng/ml Schwangere bis 200 ng/ml Menopause bis 9,6 ng/ml Mann bis10,7 ng/ml bei Prolaktinom bis 20000 ng/ml


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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