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Lexikon zum Laborbefund

Testosteron

Testosteron zählt zu den Androgenen. Es ist das wichtigste männliche Sexualsteroid und wird hauptsächlich in den Leydigzel­len des Hodens produziert. Vorläufer ist Androstendion. Im Plasma wird der grösste Teil des Testosterons an das SHBG gebunden, ein Teil schwach an Al­bu­min. Der freie, biologisch wirksame An­teil des Testosterons beträgt lediglich etwa 1%. Seine Bildung wird durch LH stimu­liert; durch  Rück­kopplung hemmt Tes­tosteron wiederum die Frei­setzung von LH aus der Hypophyse.

Bei nahezu allen Zielorganen der Andro­gene ist jedoch nicht Testosteron, sondern Dihydro­testosteron das eigentlich wirk­same Hormon. Testosteron ist der unmit­telbare Prekursor.

Testosteron wird bei Frauen zu ca. einem Viertel in den Ovarien und einem weiteren Viertel in der Nebennierenrinde produziert. Die restliche Häl­fte ensteht durch Metabo­lisierung aus ande­ren Vorstufen (Androstendion, DHEA). Beim Mann be­wirkt Testosteron die Entwicklung der Ge­schlechtsorgane, die Ausbildung der se­kundä­ren  Geschlechtsmerkmale wie Be­haarung, Stim­me etc. sowie die Samen­produktion. Bei der Frau steigert es die Li­bido, führt aber bei ei­ner Über­produktion zu einer Virilisierung.  Die Blut­ent­nahme sollte wegen des circadianen Rhyth­mus möglichst morgens zwischen 7 und 9 Uhr erfol­gen.

Erniedrigte Werte findet man bei  Männern mit  primären Hypogonadismus, nach Traumata der Hypophyse oder des Hypo­thalamus und physiolo­gisch im fortge­schrittene Alter.  

Erhöhte Werte bei Frauen können für ein poly­cystisches Ovar,  Late-onset-AGS, An­drogen-pro­duzierende Tumore des Ovars oder der Ne­bennierenrinde sprechen.

Normbereich:

Mann <50 J. 2,41-8,30 ng/ml

          >50 J. 2,30-6,01 ng/ml

Frau   < 0,78 ng/ml


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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