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Lexikon zum Laborbefund

Mammakarzinom

Das Mamma-Karzinom ist die häufigste neo­plastische Erkrankung der Frau. Bei bis zu 25 Prozent aller Patientinnen wird der Rezeptor HER-2 (Human Epidermal Growth Factor Re­ceptors-2) auf den Kar­zinomzellen im Über­schuss gebildet wird.

Eine solche Überexpres­sion der Zellen von HER-2 auf ihrer Oberfläche gelingt di­rekt aus dem Gewebe mit immunhisto­chemischen Me­thoden oder durch Hybri­disie­rung. Der Nach­weis von HER-2 weist auf ein besonders aggres­sives Karzinom hin.

Der überexprimierte Rezeptor löst sich auch von der Oberfläche der Tumorzellen als "HER-2/neu" ab, gelangt ins Blut und kann dort gemes­sen werden. Proportional zur Menge gemessenen HER-2 ist das Ri­siko eines Rückfalls der Er­krankung bzw. eines schnelleren Fortschreiten der Er­krankung. Solche Patientinnen sprechen aber wiederum besonders auf die Thera­pie mit dem humanisierten monoklonalen Antikörper Trastuzumab (Handelsname Herceptin) an.

Mit dem löslichen HER-2/neu steht damit ein Serummarker für Indikation und Ver­laufskon­trolle unter Herceptin zur Verfü­gung. Bei erfolg­reicher Therapie schrumpft der Tumor, womit es zu einer Verminderung der Rezeptorkonzentra­tion von HER-2/neu im Blut kommt.

Bei Patientinnen mit positivem HER-2/neu-Sta­tus erhöht die Therapie mit Her­ceptin die Le­bensdauer und die Lebens­qualität. Patientinnen mit einer Überemp­findlichkeit gegen andere monoklonale Antikörper sowie Patientinnen mit kardio­vaskulären Erkrankungen beziehungs­weise Herzinsuffizienz sollten auf Grund des Vorkommens von HER-2 in anderen Organen Herceptin nur nach strenger In­dikation nehmen.

Bei Therapie und Verlaufskontrolle (Rezi­dive vor der klinischen Diagnosestellung) eines Mamma-Karzinoms werden zusätz­lich CA 15-3, CA 549 und CEA eingesetzt.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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