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Lexikon zum Laborbefund

Kreatinin

Kreatinin entsteht in den Muskelzellen und wird von diesen nach Abgabe ins Blut über die Nieren ausgeschieden. Täglich gelangt etwa 1,5 g davon in den Urin. Durch den Verzehr großer Fleisch­mengen kann sich diese Menge erhöhen. Kreati­nin ist ein Abbauprodukt von Kreatin und wird als Energiespeicher im Muskel verwandt. Daher hängt der Serum-Kreatininspiegel auch von der Muskelmasse des Patienten ab. Kreatinin wird nahezu vollständig filtriert. Ist die Nierenfunk­tion eingeschränkt, kann die Niere das Kreatinin nicht mehr ausrei­chend filtrieren. Daher kann das Serum-Kreatinin auch als Maß für die Nieren­funk­tion angesehen werden, da die Kreati­nin-Kon­zent­ration der glomerulären Filtrations­rate (GFR) umgekehrt proportional ist.

Voraus­set­zung hierfür ist ein konstanter Kreati­nin-Meta­bolismus; Kreatininbildung und renale Aus­scheidung müssen gleich sein.

Die Aussagekraft der Kreatinin-Messun­gen wird jedoch durch zahlreiche Stör­sub­stanzen beein­flusst, z. B. sog. „Pseu­dokreati­nine", zu denen z. B. Antibiotika und andere Pharmaka zählen. Es können falsch hohe Kreati­nin-Werte resultieren. Als Metabolit des Mus­kelstoffwechsels ist Krea­tinin außerdem von der Muskelmasse ab­hängig. Der individuelle Norm­bereich kann des­halb sehr unterschiedlich sein. Die Ausscheidung von Kreatinin wird von der auf­genommenen Prote­inmenge be­ein­flusst, ins­be­sondere durch die Nah­rungs­aufnahme von Fleisch. Die Kreati­nin-Kon­zentration im Blut steigt erst dann an, wenn die GFR bereits auf unter 50 ml/min  redu­ziert ist („Kreatinin blinder Be­reich“).

Bei Verdacht auf Nie­renfunkti­onsstörungen sollte daher zusätzlich die Bestimmung von Cystatin (s.dort) sowie ei­ne Kreatinin-Clearance durchgeführt werden.

Die Kreatininbestimmung erfolgt routinemäßig nach Jaffé (rate-blan­ked, kompensiert), in weni­gen Sonderfällen wird die enzymatische Me­thode eingesetzt. Die nicht kompensierten Er­gebnisse der Jaffé-Methode liegen gegenüber der selektiven enzymatische Methode höher, da ne­ben Kreatinin auch andere Substanzen, sog. „Pseu­do­kreatinine“ mitreagieren.

Normbereich Mann < 1,20 mg/dl, Frau < 0,90 mg/dl, Kind < 1,00 mg/dl,

erhöhte Werte bei verminderter Nieren­funktion


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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