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Lexikon zum Laborbefund

Cystatin C, GFR

Cysta­tin C ist ein kationisches Polypeptid mit ei­nem Moleku­largewicht von 13.4 kD. Cystatin wird von allen kernhaltigen Zellen mit konstan­ter Syn­theserate gebildet. Es ist kein Protein der akuten Phase und wird demnach nicht durch ei­nen Infekt beein­flusst. So hängt seine Serum­konzentration überwiegend von seiner Nieren­ausschei­dung ab. Aufgrund seiner geringen Grö­ße wird es in der Niere vollständig glomeru­lär filtriert. Im renalen Tubulussystem wird es reab­sorbiert und abge­baut.

Im Gegensatz zum Kreatinin wird Cystatin nicht durch die Muskelmasse beeinflusst und kann auch bei Kindern eingesetzt werden. Die Ver­wendung spezifischer An­tikörper, die Messung aus einer Serum­probe und einheitliche Normbe­reiche sind weitere Vorteile der Cystatin C-Be­stim­mung. Wenn die Urinsammlung unsicher oder nicht mög­­­lich ist, kann die Cystatin C-Be­stimmung im Se­rum als Alternative zur Erfas­sung von Störun­gen der glome­rulä­ren Filtration eingesetzt wer­den.

Normbereich 0.62-1.11 mg/l, erhöhte Werte fin­den sich bei verminderter Nieren­funktion

Cystatin C ist somit ein idealer endogener Mar­ker der glomerulären Filtrationsrate (GFR). Be­reits bei geringgradiger Einschränkung der GFR steigt die Cystatin C-Konzentration im Se­rum an. Cystatin C erscheint daher insbesondere in diesem Bereich in seiner diagnostischen Sen­siti­vität und Spezifität dem Kreatinin deutlich überlegen. Es kor­reliert gut mit der GFR, so dass eine nähe­rungsweise Be­rechnung der GFR mit Hilfe folgender Formel möglich ist:

                                                                             74.835

Glomeruläre Filtrationsrate (ml/Min.) =   ------------                                                                 CystatinC (mg/l) 1.333                                                                                                                        

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie teilt die chronische Niereninsuffizienz nach der glo­merulären Fil­tra­tions­rate wie folgt (ml/min) ein:

Stadium I :   > 90 normale GFR Stadium II:  60-89 leichte Einschränkung Stadium III: 30-59 moderater Funktionsverlust Stadium IV: 15-29 schwere Insuffizienz Stadium V:   < 15 Nierenversagen


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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