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Lexikon zum Laborbefund

Urinsediment

Durch Zentrifugation des Urins, in der Re­gel verwendet man Mittelstrahlurin, erhält man das Urinsediment. Dies ist eine Mi­schung aus ver­schiedenen anderen zel­lulären Bestandteilen, insbesondere  Erythrozyten und Leukozyten. Das Urinse­diment wird auf einen Objektträger zur mikroskopischen Untersuchung aufgetra­gen und mikroskopisch ausgewertet. Al­ternativ können auch spezielle, für die Urindiagnostik spezifi­zierte Durchflusszy­tometer eingesetzt werden.

Im Urinsediment eines Gesunden findet man gele­gentlich sog. amorphe, „form­lose“ Salze, wenige Kristalle sowie ein paar Schleimfäden. Vereinzelt können auch ein Erythrozyt, ein Leu­kozyt und Zellen aus den ab­leitenden Harnwe­gen oder dem äußeren Genital­be­reich auftreten. In der Regel erscheint das Harnsediment bei der Durchmusterung optisch fast leer. Bei krankhaf­ten Verände­rungen findet man entsprechend ver­schiedenartig geformte und nichtgeformte, orga­nisierte und nichtorganisierte Harnbe­standteile im Harnsediment. Das Vorhan­densein oder das gehäufte Auftreten die­ser Se­dimentbestandteile kann wichtige diagnostische Hinweise geben.

Amorphe Urate

 

Leukozyten (Leukozyturie) sind erhöht bei bak­terieller Entzündung, Glomerulonephri­tis, Pyelo­nephritis, Zystitis, Prostatitis und  Niereninsuffi­zienz.

Description: Leukozyten

Leukozyten

Eine Erythrozyturie findet sich bei renaler und postrenaler Hämaturie. Bei glomerulä­rer Hämatu­rie kann man dysmorphe also defor­mierte Erythtrozyten, beobachten, bedingt durch die Pas­sage durch die glo­meruläre Basal­membran.

Description: Erythrozyten

Erythrozyten

Eine geringe, im Sediment diagnostizierte Bakte­riurie kann auf Kontaminationen zu­rückzuführen sein und ist kein Zeichen für einen Harnwegsin­fekt. Eine fehlende Bakteriurie schließt, insbe­sondere bei chronischen Infekten, einen Harn­wegsin­fekt nicht aus. Entscheidender für die In­fektions-Diagnostik ist der gleichzeitige Nach­weis einer Leukozyturie. Bei Frauen ist im Spontanurin in bis zu 30 % mit ei­nem positiven Leu­kozytennach­weis auf­grund von Kontamina­tion mit Leukozyten aus dem Vaginalsekret zu rechnen.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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