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Lexikon zum Laborbefund

Liquoruntersuchungen

 

Allgemeines

Die Gewinnung von Liquor cerebrospinalis (CSF) erfolgt in der Regel durch eine  sterile Lumbalpunktion, selten durch eine Ventrikelpunktion und stellt für den Patienten naturgemäß eine höhere Belastung als eine einfache Venenpunktion dar. Eine Wiederholung ist daher problematisch, alle möglichen wich­tigen Untersuchungen sollten daher sofort eingeleitet werden. Zeitgleich sollte immer peripheres Blut mit abgenommen werden, da vie­le Parameter nur unter Berücksichtigung der entsprechenden Serumkonzentrationen beurteilt werden können (siehe Serum-Liquor-Quo­tienten).  Der zwischen Liquor und Blut beste­hen­de „Filter“, die Blut/Liquor-Schranke, lässt alle im Blut vorhandenen Stoffe in Abhängigkeit ihrer Molekülgröße per Diffusion passieren. Li­quor ist das Ultrafiltrat des Plasmas. Daher führt eine längere Verweilzeit des Liquors an der Blut/Liquor-Schranke zu einer vermehrten Dif­fusion der Serumproteine in den Liquor mit entsprechend prozentual erhöhten Liquorwerten. Eine scheinbar gestörte Schrankenfunktion ist daher als Folge eines verminderten Liquorflusses zu interpretieren.

Zur Diagnostik akuter Infektionen durch Erreger (Bakterien, Viren) stehen als Basisuntersu­chun­gen Aussehen, Protein, Lac­tat, Glu­kose und Zell­zahl mit Differenzierung sowie die mikro­bio­logi­sche (Bakterien) und molekular­biolo­gi­sche (Vi­rusdirektnachweis mittels PCR) im Vor­dergrund. Bei chronisch entzündlichen ZNS-Prozessen jeglicher Genese werden dann die vergleichenden Protein-, Immunglobulin- sowie serologischen und elektrophoretischen Unter­suchungen in Liquor und Serum hinzugezogen.

Beurteilt werden zunächst in der Akutdiagnostik, zeitnah nach der Liquorpunktion:

 


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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