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Lexikon zum Laborbefund

Albumin-Liquor/Serum Quotient (QALB)

Da Albumin nie intrathekal, sondern aus­schließlich in der Leber gebildet wird, kann es nur über Diffusion durch die Blut/Liquor-Schran­ke in den Intrathekalraum gelangen. Da­mit ist das Verhältnis von Liquor- zu Serum­albumin, der Liquor/Serum-Albumin-Quotient (QALB) ein guter Anhalt für eine Schranken­funktion. Der QALB spiegelt in reziproker Weise die Liquorflussgeschwindigkeit wider.

Hierbei ist zu beachten, dass der QALB alters­abhängig ist (altersbedingte Unterschiede in der Liquorflussgeschwindigkeit, von der Geburt an abnehmend bis ins Vorschulalter, danach wieder langsam ansteigend bis ins hohe Alter) und der QALB in Ventrikel oder cisternalem Liquor niedriger ist.

Als unspezifischer Parameter kann der Liquor/Serum-Albumin-Quotient bei allen Er­krankungen des Zentralnervensystems erhöht sein. Erhöhte Liquor/Serum-Albumin-Quotien­ten können bei entzündlichen Erkrankungen und mechanischen Hindernissen sowie bei Blutun­gen, Hirninfarkten oder artefiziellen Blut­bei­mengungen auftreten.

Lebensalter                       Albumin-Liqor-Serum-   

                                                        Quotient ( x 10-3)

Geburt bis 1. Lebensmonat               bis 28,0

1. bis 2. Lebensmonat                       bis 15,0

2. bis 3. Lebensmonat                       bis 10,0

3. bis 4. Lebensmonat                       bis 5,0

4. Lebensmonat bis 5 Jahre               bis 3,5

bis 15 Jahre                                       bis 5,0

bis 40 Jahre                                       bis 6,5

bis 60 Jahre                                       bis 8,0

Ab dem 5. Lebensjahr lässt sich der Albumin-Liquor-Se­rumquotient auch nach folgender Formel bestimmen: (4+ (Lebensalter (in Jahren) : 15) x 10-3

Tabelle: QALB–Referenzwerte

Schrankenstörungen und ihre Ursachen können in Abhängigkeit des QALB in leichte, mittlere und schwere Grade (nach Reiber) eingeteilt werden:

QALB: bis 10 x 10-3 (normal bis leichte Schran­kenstörung), z. B. bei  Multipler Sklerose, Alko­holische Polyneuropathie, Amyotrophe Lateral­sklerose, Chronische HIV-Enzephalitis, Zoster­ganglionitis

QALB: von 10 x 10-3  bis 20 x 10-3  (mittelgradige Schrankenstörung), z. B. bei  virale Meningitis, Op­portunistische Meningoenzephalitiden, Dia­be­tische Polyneuropathie, Hirninfarkt, Groß­hirnatrophie, Neuroborreliose,  Großhirnathro­phie 

QALB: > 20 x 10-3  (schwere Schrankenstörung),  z. B. bei  Guillain-Barré-Syndrom, Neurobor­re­lio­se, Eitrige Meningitis, Herpes simplex-Enzephalitis, Tuberkulöse Meningitis, Meningo­poly­neuritis Bannwarth


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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