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Lexikon zum Laborbefund

Intrathekale Antikörper-Synthese

Da die meisten Proteine in Abhängigkeit ihrer Molekülgröße, ihrer Serumkonzentration und der Schrankenfunktion, also des Liquorflusses in den Liquor gelangen, ist zur Beurteilung der spe­zifischen Antikörperkonzentrationen im Liquor Kenntnis der Serumkonzentrationen der ent­sprechenden Antikörper und der Schranken­funktion nötig. Daher können erhöhte Kon­zentrationen von Antikörpern im Liquor durch eine intrathekale Antikörpersynthese, eine ver­mehrte systemische Antikörpersynthese und/o­der eine  Schrankenstörung verursacht wer­den.

Der für neurologische Erkrankungen ent­scheidende Nachweis einer intrathekalen Anti­körpersynthese erfordert daher zwingend die pa­ral­lele Messung im zeitgleich gewonnen Serum sowie die Bestimmung des Albumin-Quo­tienten zur Beurteilung der Schranken­funktion.

Drei grundsätzlich verschiedene Laborverfahren, die sich miteinander ergänzen, kommen dafür zum Einsatz:

Die Messung von Albumin, IgG, IgA und IgM in Liquor und Serum und die daraus resultierende Berechnungen (Delpeche-Quotient (nur grob orientierend für IgG), Reiber-Schema für IgG, IgA und IgM), der Nachweis isolierter oligo­klonaler Banden im Liquor und der Nach­weis spe­zifische Antikörper-Indizes (ASI oder AI).

Delpech-Lichtblau-Quotient (Albumin im Li­quor und Serum (Albumin-Quo­tient) dividiert durch IgG im Liquor und Serum (IgG-Quotient))

Für die Berechnung des Delpech-Index sind die Konzentrationen von Albumin in Liquor und Serum sowie der jeweiligen Im­munglobulin­klasse in Liquor und Serum erfor­derlich. Ein erhöhter Al­bumin-Quotient bedeutet eine Schran­kenfunktionsstörung. Ein erhöhter Del­pech-Index weist auf eine eigenständige Pro­duktion von Immunglobulinen im Li­quor hin.

Der Delpech-Index berücksichtigt jedoch als lineare Berechnung der intrathekalen IgG-Syn­these nicht die physiologischen Gegebenheiten; insbesondere bei Schrankenstörungen (morpho­logisch wie funktionell) mit hohen Albumin­quotienten kommt es zu vermeintlich fälschlich hohen IgG-Synthesewerten.

Normbereich: bis 0.7 unauffällig


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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