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Lexikon zum Laborbefund

Pleurapunktat

Unter Pleurapunktaten  versteht man Flüssigkeitsansammlungen im Pleuraspalt. Bei stationären Patienten findet man kardial bedingte, entzündliche oder maligne Ergüsse jeweils zu ca. 30 %, für den restlichen Anteil sind Leberzirrhosen, monoklonale Gammo­pathien und andere Erkrankungen verant­wort­lich.

Die Charakterisierung des Pleurapunktates beruht auf dem sog. Transsudat-Exsudat-Modell.

Die mit Abstand häufigste Ursache eines Transsudates ist die dekompensierte Herz­in­suffizienz, ganz selten auch eine Leber­zirrhose oder schwere Nierenerkrankungen.

Exsudate entstehen im Wesentlichen neo­plas­tisch, entzündlich infektiös durch Infekte oder entzündlich nichtinfektiös durch Lun­genem­bolien oder Autoimmunerkrankun­gen.

Beim Chylothorax, der häufig durch ein Trau­ma, aber auch durch Tumore u. a. entstehen kann, sieht man makroskopisch eine deutliche Trü­bung des Punktats. Die Messung von Cho­lesterin und Triglyceriden in einer einer zeit­gleich gewonnenen Serumprobe erlaubt die Diagnose.

Bereits das Aussehen des Pleurapunktates gibt erste Hinweise auf eine mögliche Genese.

Hell, strohfarben: nicht entzündliches Trans­sudat

Trüb serös: entzündlich exsudativ

Blutig: Lungenembolie, -infarkt, Trauma, Tu­mor

Milchig: Chylothorax (traumatisch, spontan)

Weißlich eitrig: Empyem

Grünlich: gallehaltiger Cholethorax

Punktate gelten als Exsudate, wenn entweder der Gesamtproteinquotient  (Punktat / Serum) größer 0,5 oder der LDH-Quotient (Punktat / Serum) größer 0,6 ist. Bei Transsudaten (Ursa­che: z.B. Herzversagen, Nephrose, Zirrhose) ist keine weitere Labordiagnostik erforderlich.

Bei Exsudaten sollte sich neben zytologischen und mikrobiologischen Untersuchungen die Bestimmung von Glukose, Lipase, Amylase, Leukozyten, ANA und ausgesuchten Tumor­markern anschließen.

Verminderte Glucosewerte (<60 mg/dl) finden sich u. a. bei TBC, Malignomen und Auto­immunerkrankungen, erhöhte Lipase- (>60 U/l) und Amylasewerte (>100 U/l) bei einer Pan­kreasaffektion, ANA-Titer von größer 1:320 z. B beim L.E., erhöhte Neutrophilen­werte (normal < 10%) bei akuten Prozessen (z. B. Pneumonie, Infarkt), erhöhte Tumor­mar­ker-Werte (insbesondere CEA, aber auch Cyfra 21-1 NSE, CA 15-3, CA 19-9, CA 125 und SCC) bei entsprechenden Tumoren (Tumorzytologie erforderlich).

Typische Befundkonstellation eines Chylothorax * im Pleurapunktat

Messgröße                                                    Einheit                 Chylothorax

Triglyceride                                                   mg/dl                          > 100 

Cholesterinquotient  (Punktat / Serum)                                               < 1

Triglyceridquotient  (Punktat / Serum)                                               > 1

* Im Zweifel kann eine Lipoprotein-Elektrophorese zum Nachweis der Chylomikronen eingesetzt werden.

 

Differenzierung zwischen Transsudat und Exsudat im Pleurapunktat                               

Messgröße                                                    Einheit                 Transsudat                     Exsudat

Gesamtprotein                                              g/dl                             < 3.0               > 3,0

Gesamtproteinquotient  (Punktat / Serum)                                          < 0,5               > 0,5

LDH                                                             U/l                              < 200              > 200

LDH-Quotient (Punktat / Serum)                                                        < 0,6               > 0,6

Differenz Serum- – Punktatalbumin             mg/dl                          < 1200                        >1200

Cholesterin                                                    mg/dl                          <60                 >60


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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