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Lexikon zum Laborbefund

Peritonealflüssigkeit

Die Peritonealflüssigkeit ist eine durch Transsudation des Peritoneums gebildete Kör­per­flüssigkeit.

Peritonealflüssigkeit wird mit Hilfe einer Douglas-Punktion oder durch eine Lapa­raskopie gewonnen.

Von besonderer Bedeutung sind Laboruntersuchungen in dem Peritoneal­dialysat von Patienten mit CAPD (kontinuier­liche ambulante Peritonealdialyse). Bereits das Aussehen der  Peritonealflüssigkeit gibt erste Hinweise auf eine mögliche Genese.

Trüb: primäre bakterielle Infektion, Peritonitis bei Appendizitis, Pankreatitis, Darm­einklemmung, Darmverschlingung, Rückfluss bei Peritonealdialyse;

grünlich gallenfarben: perforiertes Duodenalulkus, Darmperforation, Cholezystitis, perforierte Gallenblase, akute Pankreatitis, Mesenterialinfarkt;

milchig: Chylöser Erguss durch Verletzung/Blockade des Ductus thoracicus, z. B. durch Tuberkulose, Lymphome, Leberzirrhose u.a.

blutig: Bauchtrauma, Mesenterialinfarkt

Zellen   Leukozyten < 300/µl, bei Infektionen finden sich Werte über 1000/µl (Neutrophile > 75 %)   Eosinophile < 10 %; erhöhte Werte bei Wurmerkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder                                    Allergien, aber auch bei intermittierender CAPD   Eosinophile > 100/µl bei negativer Bakterienkultur, V.a. okkulte Pilzinfektion   Eosinophile < 100/µl bei positiver Bakterienkultur, V.a. bakterielle Peritonitis   Erythrozyten < 10.000/µl, kein Hinweis auf intraperitoneale Blutung   Tumorzellen positiv bei kolorektalem Karzinom, Pankreaskarzinom oder Magenkarzinom

 

mikrobiologische Anzucht (u.a. E.coli, Staphylokokken, Streptokokken, Klebsiellen, Gonokokken,                                              Mykobakterien, Pilze u. a.

 

Amylase: Werte > 110 U/l und  Lipase > 60 U/l bei akuter Pankreatitis, Pankreastrauma oder                   Pankreaszyste;

 

Alkalische Phosphatase: Bei isolierten Dünndarmverletzungen finden sich über viermal so hohe                                         Aktivitäten wie im Serum

 

Bilirubinnachweis: Beteiligung der Galle bzw. der Gallenwege

 

Ammoniak: Werte > 300 µg/dl bei perforiertem Duodenalulkus, perforiertem Appendix,                      Darminterponaten, Darmschlingen

 

Gesamteiweiß: normal > 4 g/dl

 

LDH:  Werte über dem Serumspiegel von LDH bei isolierten Verletzungen der Leber

 

HCG: bei Extrauterin-Gravidität höhere HCG-Aktivität als im Serum


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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