Lexikon zu Ihrem Laborbefund

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Lexikon zum Laborbefund

Chemotherapeutika

 

Methotrexat (MTX)

Probenmaterial ca. 2 ml Serum

Abnahmehinweise Blutentnahme 24, 48 oder 72 Stunden nach Infusionsbe­ginn (Gabe), bei verzögerter Elimination ggf. weitere Ab­nahmen

Referenzbereiche 24 Std. nach Gabe: < 10,0 µmol/l

48 Std. nach Gabe: < 1 µmol/l

72 Std. nach Gabe: < 0,1 µmol/l

Beurteilung                                                    HWZ: 12-24h. Methotrexat wird zu ca. 80 % renal ausge­schieden. Bei Überschreiten der genannten Grenzen kann es  hämato-, hepato- oder nephrotoxischen  Neben­wirkungen kommen. Die Toxizität kann durch Gabe von Calciumfolinat (Leucovorin) verringert werden. Leukovo­rin sollte erst nach Erreichen einer Methotrexatkonzentra­tion < 0,1 µmol/l (besser < 0,01 µmol/l) abgesetzt werden.

                                                     Die zur Verfügung stehende Folatmenge ist für die Toxizi­tät bedeutsam. Eine Mutation im MTHFR-Gen, durch das Enzym Methylentetrahydrofolatreductase reguliert wird, kann zu verminderten Folatwerten und damit erhöh­ten Nebenwirkungen  wie einer schweren Neutropenie führen.

5-Fluorouracil-Unverträglichkeit

Probenmaterial ca. 2 ml EDTA-Blut

Klinische Indikationen Screening von Patienten vor Gabe von 5-FU

Methode DNA-Extraktion, PCR, Restriktionsverdau

Referenzbereich                                             entfällt

Beurteilung                                                    5-Fluorouracil wird im Körper des Patienten normaler­weise schnell abgebaut, das Enzym Dihydropyrimidin-Dehydro­genase (DPD) ist dabei von entscheidender Be­deutung. Bei Patienten mit DPD-Mangel ist der Schritt des Abbaus von 5-FU gestört. Auf Grund einer solchen Ver­minderung der Aktivität der DPD haben ca. 3-5 % aller mit üblichen Fluorouracil-Dosen behan­delten Patienten toxische Nebenwirkungen bis hin zu lebensbedrohlichen Intoxikationen.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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