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Lexikon zum Laborbefund

Immunsuppressiva

 

Man verfügt zur Zeit für eine immunsuppressive Therapie über folgende Medikamentenklassen:

Cortison

Calcineurininhibitoren (Tacrolimus und Cyclosporin A)

mTOR-Inhibitoren (Sirolimus, Everolimus)

Proliferationsinhibitoren (Azathioprin, Mycophenolsäure)

Spezifische Antikörper (Basiliximab, Daclizumab, (monoklonaler CD25-Antikörper))

Biologicals Belataceptum

Ein TDM ist für die Calcineurininhibitoren, mTOR-Inhibitoren (Sirolimus, Everolimus) und Mycophenolsäure mög­lich.

Cyclosporin A (z.B. Sandimmun®)

Probenmaterial 1 ml EDTA-Vollblut

Abnahmehinweise                                         Bestimmung des therapeutischen Bereiches ca. 12 Stunden nach der letzten Einnahme, die maximalen Blutkonzentra­tionen werden nach 1-6 Std. erreicht.

Therapeutischer Bereich Autoimmunerkrankungen: 90-170 µg/l

Nierentransplantationen: postoperativ: 150-225 µg/l

                                                                       Erhaltungsdosis: 100-150 µg/l

Lebertransplantation: postoperativ: 225-300 µg/l

                                                                       Erhaltungsdosis: 100-150 µg/l

Herztransplantation: postoperativ: 250-350 µg/l

                                                                       Erhaltungsdosis: 150-250 µg/l

Beurteilung                                                    HWZ 7-8h, Metabolite 16-19h; Cyclosporin A wird zur Pro­phylaxe von Abstoßungsreaktionen nach Organtrans­plantationen eingesetzt, in besonderen Fällen als zur Im­munsuppression bei Autoimmunkrankungen. Die HWZ beträgt bei Nierentransplantierten 4-50 und bei Patienten mit Leberzirrhose 11-48 Stunden.

Cyclosporin A wird zur Vermeidung einer Transplantatab­stoßung als immunsuppressive Therapie bei Herz-, Nie­ren-, Lungen-, Leber- und Pankreastransplantation (nur in Kombination mit anderen immunsuppressiven Medika­menten) eingesetzt. Außerdem erfolgt die Anwendung bei bestimmten schwersten Formen der rheumatoiden Arthri­tis sowie anderen Autoimmunerkrankungen.

Everolimus (Certican®)

Probenmaterial 2 ml EDTA-Blut

Abnahmehinweise                                         Blutentnahme als Talspiegel, d.h. vor der nächsten Ein­nahme

Therapeutischer Bereich 3-8 ng/ml

Beurteilung                                                    Wie Sirolimus kann Everolimus auch in Kombination mit anderen Immunsuppressiva, wie beispielsweise Kortison oder Cyclosporin gegeben werden. Als proliferations­hemmendes Immunsuppressivum ist Everolimus gerade bei Patienten mit einer Tumorerkrankung als Behand­lungsalternative gut geeignet.

Mycophenolsäure     

Probenmaterial                                              2 ml Serum

Abnahmehinweise                                                    Blutentnahme als Talspiegel, d.h. vor der nächsten Ein­nahme

Therapeutischer Bereich                               vorläufig: 1,0 - 3,5 mg/l

Beurteilung                                                    HWZ: 17h, Steady State nach ca. 3 - 4 Tagen.

Mycophenolsäure ist ein Immunsuppressivum und hemmt die Proliferation von T- und B-Lymphozyten. Gemessen wird der aktive Metabolit Mycophenolsäure

 

Sirolimus (SRL, Rapamycin, Rapamune®)

Probenmaterial 2 ml EDTA-Blut

Abnahmehinweise Blutentnahme als Talspiegel, d.h. vor der nächsten Ein­nahme

Therapeutischer Bereich 5 - 30 ng/ml

Beurteilung                                                    HWZ: 46-78h; Sirolimus ist nicht nierentoxisch. Die Verstoffwechselung erfolgt über das Cytochrom P450-System.

Tacrolimus (FK-506®, Prograf®)

Probenmaterial                                               2 ml EDTA-Blut

Abnahmehinweise                                         Blutentnahme als Talspiegel, d.h. vor der nächsten Ein­nahme

Klinische Indikationen                                   Therapiekontrolle nach Organtransplantation

Therapeutischer Bereich                               Methodenabhängig: Immunologisch 5-20 µg/l, unmittelbar postoperativ werden Konzentratio­nen in der oberen Hälfte des therapeutischen Bereichs an­gestrebt.

                                                                      Leber  1. – 4. Woche  5 -15µg/l, Langzeit 3 -   8 µg/l

                                                                      Niere  1. – 4. Woche 10-20 µg/l, Langzeit 5 - 15 µg/l

Beurteilung                                                    HWZ: 4-57h bei oraler und parenteraler Anwendung. Nach oraler Gabe wird beim Gesunden wie auch bei Pati­enten nach Transplantation nur im Mittel 15% der verab­reichten Dosis resorbiert. Dabei ist die Resorptionsrate beim nüchternen Patienten am größten. Durch die Nah­rungsaufnahme, insbesondere bei fettreichen Mahlzeiten, vermindert sich die Resorption. Tacrolimus ist nierento­xisch.Da Tacrolimus neben CYP3A5 und vor allem über CYP3A4 metabolisiert wird, können Hemmer und Induk­toren des Cytochromsubsystems zu entsprechenden Inter­aktionen führen. Tacrolimus wird zur Prophylaxe der Transplantatabstoßung bei Nieren-, Leber- und Herztrans­plantatempfängern eingesetzt.    


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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