Lexikon zu Ihrem Laborbefund

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Lexikon zum Laborbefund

Durstversuch

Messparameter:

ADH und Osmolalität

Indikation:

ADH (=Vasopressin) zeigt sich für die Re­gulie­rung des osmotischen Drucks und des Flüssig­keitsvolumens des Körpers verantwortlich. Es fördert die Rückresorp­tion von Flüssigkeit aus den Nieren in das Blut. Die Freisetzung von ADH erfolgt über den Hypophysenhinterlappen direkt in die Blutbahn. Bei fehlender  Wirkung von ADH kommt es zur mangelnden Wasserre­ten­tion mit starker Wasserausscheidung (Polyu­rie bis zu 15- 20 Litern pro Tag), starkem Durst­ge­fühl  mit Aufnahme großer Mengen Flüs­sig­keit.

Bei Verdacht auf Dia­betes insipidus ist ein Durst­versuch emp­fehlenswert, da die ba­sale ADH-Sekretion häufig unter der Nachweis­grenze von 0,6 ng/l liegt und eine messbare Sek­retion erst bei einer Serum-Osmolalität von mehr als 290 mosmol/kg erfolgt.

Im Durstversuch (stationäre Durchfüh­rung) wird die Wirkung des ADH auf die Niere gemessen. Bei Durst steigt norma­lerweise die ADH-Kon­zentration im Blut an. Diese Konzentration kann man direkt bestimmen oder die indirekte Wir­kung des ADH auf die Niere messen. Das ge­schieht, indem man die Urinosmolalität be­stimmt.

Durchführung:

Patienten dürfen ab 6 Uhr morgens nichts mehr trinken und bis Testbeendigung nichts Flüssiges zu sich nehmen. Alkohol, Tee und Kaffee sollten 48 h vorher ge­mieden werden.

Beurteilung:

Osmolalität (Urin): bleibt niedrig beim Dia­betes insipidus

Osmolalität (Serum): Blutosmolalität steigt konti­nuierlich an

Bei Diabetes insipidus: kein Anstieg von ADH

Nach ADH-Gabe bei nachgewiesenen Dia­betes insipidus:

Beim Diabetes insipidus centralis ist ein komplet­ter Ausfall des ADH oder nur eine par­tielle ADH-Ausschüttung zu beobachten, die Uri­nosmolalität wird gesteigert.

Beim Diabetes insipidus renalis fehlt auch bei aus­reichender ADH-Ausschüttung die Hormon­wirkung an der Niere und die Uri­nosmolalität bleibt niedrig.

Der Normbereich für Erwachsene be­trägt im Se­rum zwischen 275 bis 300 mosnol/kg, zwi­schen Serum und Plasma bestehen keine Unter­schiede. Die Osmo­lalität des 24-Stunden-Sam­melurins schwankt zwischen 50 und 1600 mos­mol/kg. Beim standardisierten Durstver­such ist beim Ge­sunden eine Osmolalität von größer als 800 mosmol/kg zu erwar­ten. Serum und Urin sind bei 4 °C lage­rungsstabil. Der Normbereich des ADH für Erwach­sene be­trägt im Blut weniger als 7,8 ng/l. Frisches EDTA-Blut muss innerhalb von 30 Minuten zentrifugiert werden und das Plasma bis zur Analyse gefroren werden, bzw. gefroren ins La­bor transportiert wer­den. Die Ab­nahmezeit muss notiert wer­den.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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