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Lexikon zum Laborbefund

Lymphozyten, spezifische immunkom­petente Zel­len

Die Lymphozyten haben bei Erwachsenen einen Anteil von 25 bis 40 Prozent der Leukozyten, von denen allerdings nur weniger als fünf Pro­zent sich  im Blutkreislauf befinden. Die rest­lichen  95 Prozent befinden sich im Kno­chen­mark sowie den lymphatischen Organen Thy­mus, Milz, Tonsillen und Lymphknoten gespei­chert und können von dort in die Blutbahn sezerniert werden.

Man unterscheidet zwischen den kleineren, zwi­schen 7 und 10 µm großen B- und T-Lym­pho­zyten sowie den etwas größeren NK (Natür­liche Killerzellen)-Lymphozyten. Der Anteil der T-Lymphozyten beträgt 80 %, der An­teil der B-Lymphozyten und NK-Lymphozyten  ca. 10 %. In den Lymphknoten findet man die T-Lympho­zyten eher in der Tiefe der Rinde, wäh­rend sich die B-Lymphozyten in den Keimzent­ren der Lymphfollikel finden.

Die Differenzierung der Lymphozyten ist mikro­skopisch mit der Pappenheim-Fär­bung nicht möglich. Sie erfolgt durch den Nachweis spezifi­scher Oberflächenanti­gene (CD-Klassifizierung) mittels markierter monoklonaler An­tikörper (Durchflusszytometrie, FACS, s. Immunologie).

Herkunft und Funktion der Lymphozyten

 

T – Lymphozyten  

B – Lymphozyten 

NK-Lymphozyten

Herkunft

primär: Knochenmark Prägung im Thymus, später Bildung in se­kundären lymphatischen Or­ganen

primär: Knochenmark Prä­gung im Knochenmark (= Bursa – Äquivalent),

später Bildung in sekundä­ren lymphatischen Organen und Knochenmark

unklar

Funktion

Erkennung der Zielstruktur über T-Zellrezeptor, zelluläre Abwehr, Regulation antikör­perabhängiger Immunreaktio­nen

Vorläufer der Plasmazellen,  Produktion von Immunglo­buli­nen, humorale Abwehr, langle­bige mit "Antigenge­dächtnis"

Unspezifische Erkennung und Abwehr von virusinfi­zierten oder Tumorzellen, nicht Antigen ver­mittelt

Anteil in der Pe­ripherie

ca. 60 – 85 %

ca. 5 – 20 %

ca. 5 – 25 %

Die T-Lymphozyten können wiederum in die  CD4-Helferzellen (CD4-positiv), und die Zyto­to­xischen CD8-Lymphozy­ten (CD8-positiv) un­ter­­schieden werden.

Ihre Aufgaben sind:

T4-Hel­ferzellen - Aktivierung von Abwehr und Im­munmechanismen

Zytotoxische T8-Lymphozyten - Effektorzel­len (Abtötung des Fremdkör­pers), Regulation der Im­­munant­wort

CD4-Helferzellen

CD8-Zytotoxische Zellen 

Funktion

Aktivierung der Plasma- und NK-Zellen, Erkennen der Antigene auf antigen­präsentierenden Zellen

Erkennen und Zerstören von Viren befallener Körper- und Tumorzellen; Reaktion auf be­stimmte Antigene der Zielzel­len; Regulation der Funktion von B- und anderen T-Zellen

Anteil in der Pe­ripherie

ca. 35-56 %

ca. 14 – 38 %

Die Kenntnis der verschiedenen Merkmale der Lymphozytensubpopulationen ist ins­besondere dann von Bedeutung, wenn es um das Verständ­nis von Erkrankungen geht, deren Erreger spe­ziell die T- oder die  B-Lymphozyten befallen.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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