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Lexikon zum Laborbefund

Ursachen einer Leukozytopenie

Eine reaktive Leukozytopenie findet man ge­le­gentlich bei Virusinfektionen, bei Salmo­nellosen und Brucel­lo­sen sowie bei Parasiten oder Proto­zoen-Befall.

Neutrophilie

Bei einer reaktiven Vermehrung neutrophiler Gra­nulozyten (Neutrophilie) unterscheidet man zwischen einer akuten und chronisch reaktiven Leukozytose.

Ursachen einer akuten reaktiven Neutrophilie

Eine Neutrophilie hat in der Regel die glei­chen Ur­sachen wie eine Leukozytose, u. a. akute In­fek­tio­nen,  Trauma oder Stress.

 

Ursachen einer chronisch reaktiven Neutrophilie

Eine chronisch reaktive Neutrophilie tritt auf als sog. Raucherleukozytose, bedingt durch Medika­mente  (z. B.  durch Steroide oder Zytokine), als Tumorleukozytose, bei Abszessen (Zähne), nach Splenektomie oder ungeklärt als „chronisch idi­opathische Neutrophilie“.

Ursachen einer Neutropenie (Granulozytopenie)

Bei Neutrophilenwerten unter 1500/µl spricht man von einer Neutro- oder Granulozytopenie. Werte unter 200/µl sind als lebensbedrohend einzuschätzen. Eine Agranulozytose ist das völ­lige Fehlen von Neu­trophilen im Blut und wird nach Einwir­kung bestimmter Pharmaka oder an­deren chemi­schen Substanzen sowie bei Auto­immunerkran­kungen wie dem Lupus Erythema­todes beobachtet.

Isolierte Neutropenien werden bei  hämato­logischen Systemerkrankungen selten beobachtet  und erfordern daher meist keine akute Abklärung durch eine Knochenmark­punktion. Ursächlich unterscheidet man bei einer Agranulozytose zwischen dem Typ I, wo man eine auto­im­munologische Genese vermutet, vom Typ II, wo toxische Ursachen vermutet werden. Der Typ I hat meist einen akuten, der Typ II einen eher langsamen Verlauf.

Medikamente, die am häufigsten mit einer sol­chen Agranulozytose in Verbindung gebracht wer­­den, sind Aminopyrin,  Novaminsulfon, Phe­nyl­butazon, Goldpräparate, Thyreostatika, Chlor­­­amphenicol, Sulfonamide. Bei fehlender Me­dikamenten­anamnese müssen Virus­er­kran­kun­­gen oder Autoimmunerkrankun­gen in Be­tracht gezogen werden.

Eosinophilie, Basophilie, Monozytose

Eine Eosinophilie tritt auf bei Allergien, Parasi­ten, bei myeloproliferati­ven Er­krankun­gen, beim M. Addison und als „Morgen­röte der Gene­sung“. Entspre­chend der Eosi­nophilie beim M. Ad­­dison kommt es beim Cu­shing-Syn­drom, bzw. Kortikosteroid-Therapie zu ei­ner Eosino­penie.

Eine Basophilie findet sich gelegentlich bei mye­loproliferativen Erkrankungen.

Physiologisch erhöhte Mono­zytenzahlen finden sich im Rahmen einer Infektion in der sog. „monozytären Abwehr­phase“.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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