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Lexikon zum Laborbefund

Vitamin B12-Mangelanämie

Sie stellt in unseren Breiten die häufigste Form einer megaloblastären Anämie auf Grund eines B-12 Mangels dar. Die perni­ziöse Anämie wird dadurch ausgelöst, dass die Magenschleimhaut die Fähigkeit verliert, Intrinsic-Faktor zu produ­zieren, der für die Resorption von Vitamin B-12 erforderlich ist. Ursache ist vermutlich ein au­toimmunologischer Prozess, der zu ei­ner Ver­kümmerung der Magenschleim­haut führt.

Vitamin B12 ist neben Folsäure nun ein wichti­ger Cofaktor der DNA-Synthese. Damit ist durch einen Mangel vorwiegend das Kernmaterial der Zellen betroffen, wäh­rend die Reifung des Zytop­lasmas ungestört verläuft. Dadurch kommt es zu riesenhaft vergrößerten Ausreifungsfor­men der roten Reihe, den sogenannten Megaloblasten und Megalozyten.

Das Blutbild zeigt also eine hyperchrome, mega­lozytäre Anämie mit einem MCH von über 36 pg. Daneben bestehen eine Neutropenie mit ei­ner Übersegmentation, also einer Überalterung, und eine Thrombozytopenie. Außerdem ist die Erythrozy­tenüberlebenszeit auf Grund einer hä­mo­lytischen Komponente vermindert.

Neurologisch zeigt sich übrigens eine Schädi­gung des Nervensystems im Sinne einer funiku­lären Spinalerkrankung mit Gangunsicherheit und herabgesetzten Vibrationsempfinden.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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