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Lexikon zum Laborbefund

Methämoglobin

Vergiftungen durch Oxidationsmittel wie Nitri­ten, Wasser­stoffpe­roxid oder aromatische Amino- und Nitro­verbindungen wie z. B. Anilin bzw. Nitro­benzol induzieren die Bildung von Methämoglobin. Weitere potenzielle Met­hä­mo­globinbild­ner sind diverse Medikament wie Dapson, Prilocain, Sulfonamide, Nitrogly­cerin, Nitroprussid und Stickstoffmonoxid.

Genetisch bedingt können erhöhte Methä­moglo­binanteile auch durch ein ab­normes Hämoglobin (Hb-M) bedingt sein. Dabei bedingt der Aus­tausch der für die Häm­bin­dung verant­wortlichen Aminosäuren in der Ge­gend des Häms die leicht oxidierbaren HbM-Va­rianten, deren Hämoglobin funktions­untüchtig ist.

Ab einem Methämoglobinanteil von 15 bis 20 % zeigt sich klinisch ein Sauerstoffmangel mit Zy­anose von Haut und Fingernägel, Atemnot, Kopfschmerzen und als Anzeichen des zu­neh­menden Sauerstoffmangels im Gehirn Ver­wirrt­heit, Schwindel und Bewusst­seinsstörungen bis zum Bewusstseinsverlust. Werte zwischen 60 und 80 % können zum Tod führen.

Methämoglobin wird durch die Methämoglobin-Reduktase zu Hämoglobin reduziert, daher bleibt der Methämoglobinanteil gewöhnlich unter 1,5 %. Säuglinge reagieren besonders emp­find­lich gegenüber Methämoglobinbild­nern, da in den ersten sechs Monaten die Aktivität der Methä­moglobin-Reduktase noch nicht voll aus­geprägt ist.

Der Nachweis aus EDTA-Blut er­folgt optisch oder photometrisch durch den Farbunterschied zwischen dem braunen Methämoglobin-Blut und dem roten Hämoglobin-Blut.

Normbereich:  0,2 - 1%.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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