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Lexikon zum Laborbefund

Thrombozytopenie

Die Pathogenese einer Thrombozytopenie ist sehr vielfältig. Isolierte Thrombopenien mit an­sonsten unauffälligem Differentialblutbild sind selten in einer schweren hämtologischen Grund­erkrankung (Leukämie) begründet.

Differentialdiagnostisch kommen neben der EDTA-induzierten Pseudothrom­bozyto­penie, der  idiopathische Thrombozytopenie (ITP), einer he­parininduzierten Thrombopenie (HIT) und throm­botischen Mikroangiopathien Er­kran­kun­gen mit gesteigerten Thrombozytense­questration in die Milz wie eine Leberzirrhose oder Milz­venenthrombose in Frage.

EDTA-induzierte Pseudothrom­bozyto­penie

Bei der EDTA-induzierten Pseudothrom­bozyto­penie kommt es durch Agglutination der Throm­bozy­ten zu falsch niedrigen Werten im EDTA-Blut. Ursache ist ein ag­glutinierender Antikör­per, der mit einem Antigen reagiert, das auf der Throm­bozy­tenmembran nach Ca++ Entzug ent­steht. In solchen Fällen muss die Thrombozyten­zahl aus Citratblut (Mischungsverhältnis berück­sichtigen) oder Heparinblut ermittelt werden.

Idiopathische Thrombozytopenie (ITP)

Idiopathische Thrombozytopenien haben meist eine immunologische Ursache. Einzelheiten fin­den im Kapitel Hämostaseologie.

Heparininduzierte Thrombopenie

Bei dieser als Nebenwirkung einer Heparinthe­rapie auftretenden Erkrankung ist der nicht im­munologisch bedingte Typ I von dem immuno­logisch bedingten Typ II zu unterscheiden; Ein­zelheiten finden sich ebenfalls im Kapitel Hä­mostaseologie.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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