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Lexikon zum Laborbefund

Mikroskopische Zählkammerverfahren 

Kammerzählungen werden nur noch extrem sel­ten durchgeführt. Eine Indikation besteht nur in Fällen wiederholter unplausibler Befunde oder notfallmäßiger Bestimmung bei Ausfall der elektronischen Zählgeräte.

Zunächst wird das Blut in speziellen Leuko­zyten­pipetten im Verhältnis 1:20 mit dreipro­zen­tiger Es­sigsäure verdünnt. Durch die hyper­tone Essig­säure werden die Erythro­zyten lysiert und die Leukozyten fixiert. In­nerhalb einer Stunde wird dann die Zähl­kammer nach Neubauer ge­füllt. Durch Aufbringen eines Deckglases ergibt sich ein abgegrenzter Raum, in dem die Zellen ge­zählt werden kön­nen. Das Aufbringen des Deck­­glases erfolgt, in dem man das Deckglas mit leich­tem Druck beider Dau­men auf die mit etwas Wasser ange­feuchteten seitlichen Stege auf­schiebt. Bei korrekter Ausführung  wer­den da­bei auf beiden Flächen sogenannte New­ton´sche Ringe sichtbar, die somit ein Zeichen einer  re­produzierbaren Kammer­höhe um 0,1 mm dar­stellen.

Man hat nun eine gefüllte Zählkammer und kann die Zahl der Leukozyten in den beiden Zählnet­zen beurteilen. Dazu bringt man die Ebene der Zählkammer in den Strahlengang eines Mikro­skops mit einem 10er-Objektiv und zählt die Leukozyten in den vier Eckquad­raten des Zähl­net­zes.

Entsprechend dem Volumen der 4 Eck­quad­raten und der Verdünnung um 1:20 ergibt sich ein Faktor 50, mit dem die ge­zählte Leukozytenzahl multipliziert werden muss, um die Zahl der Leu­kozyten in 1 µl Blut zu erhalten. Wei­­chen die ge­fundenen Werte um mehr als 15 % vonein­an­der ab, ist die Zählung zu wiederho­len. Die Re­produzierbarkeit einer Zählung ist lo­gi­scher­weise besonders von der Zahl der ge­zählten Par­tikel abhängig.

Da man – bei normalen Zellzahlen – in der Re­gel nur etwa 100-200 Zellen / pro Zähl­netz zählt, hat man somit einen Grund für die relative Un­ge­nauigkeit der Kammer­zäh­lung. Möglicher­weise in der Probe vor­han­dene kernhaltige Vor­stufen der roten Reihe wie z. B. Normoblasten werden mitge­zählt. Ein Überblick über das Aus­maß die­ser Störung und eine entsprechende Kor­rektur kann nur das Diffe­rentialblutbild geben.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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