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Lexikon zum Laborbefund

Serumproteinelektrophorese

Auf eine Celluloseacetatfolie wird eine kleine Menge Serum aufgetragen. Prote­ine wandern auf diesem Träger durch ein elektrisches Gleich­strom­feld, wobei die Laufgeschwindigkeit durch folgende Fak­toren beeinflusst wird:

der Beweglichkeit der Proteine, definiert durch die Stärke des elektrischen Feldes sowie dem pH-Wert und der Ionenstärke des Puffers, Größe und Form des Moleküls, Elektroendosmose des Trä­­germediums und der Porengröße des Träger­me­diums.

So erfolgt die Trennung auf Agarosegel bei pH 8,8 in fünf verschiedene Fraktionen, von denen das Albumin die größte und die Gamma-Glo­bu­line die geringste Wande­rungsgeschwindigkeit auf­weisen. Zwi­schen beiden ordnen sich in etwa äqui­distant die alpha 1-, alpha 2-, und Beta-Glo­buline an. Anschließend wird mit Amidoschwarz ge­färbt, entfärbt und mittels eines Densito­meters ausge­wertet.

Description: 30 Protein

Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Fa. Sebia

Die normale Elektrophorese zeigt fünf Frak­tio­nen: Albumin, a1-, a2-, b- und g-Globu­line.

(Beim Einsatz einer Kapillarelektrophorese wird die b-Fraktion noch einmal in zwei Fraktionen unterteilt.) Die Fraktionen set­zen sich aus fol­genden Proteingruppen zu­sammen:

Albumin

Akut-Phase-Proteine wie a1-An­titrypsin, a1-Gly­koprotein, Coeru­loplasmin, Haptoglobin

Lipoproteine: a1-, Prae-b- und b-Li­poproteine

Präalbumin und Transferrin

Immunglobuline: IgG, IgA, IgM

Wanderung von Serumproteinen in der Acetatfolien- Elektropho­rese (Abb. aus Proteindiagnostik, L. Thomas, Behring)

Indikation für die Erstellung einer Elek­tro­pho­rese sind pathologische Ge­samtpro­tein-Werte, akute und chronische Entzündungen, eine er­höhte BSG, Leberer­krankungen, nephroti­sches Syn­drom, V.a. monoklonale Gammopathie oder ein Antikörper-Mangel-Syndrom.

Neben der Angabe in % werden mit Hilfe der Ge­samtproteinkonzentration auch die Absolut­konzentration berechnet.

Frühstadium akuter Entzündungen

Description: d-37

Albuminfraktion normal oder leicht ver­mindert, a1- und a2-Globuline vermehrt, g-Globuline nor­mal. Auftreten in der frühen Phase einer In­fek­tionskrankheit, OP, Herzinfarkt, Verbrennun­gen

Spätstadium akuter Entzündungen

Albumin weiterhin vermindert, a1-, a2- und auch g-Globuline vermehrt. Auftreten bei akuten In­fektionskrankheiten in der späte­ren Phase, z. B. Pneumonie, eitrige Bron­chitis, bakterielle Menin­gitis, Pyelonephri­tis oder Sepsis. Art des Erregers und die Abwehrlage des Patienten be­dingen das Ausmaß der Hypergammaglobulinä­mie.

 

Chronische Entzündung

Albuminfraktion vermindert, a- und b-Glo­buline normal, g-Globuline vermehrt, Auf­treten nach chronischen Infektionskrank­heiten, Rheumatoide Arthritis oder Autoim­munerkrankungen.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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