Lexikon zu Ihrem Laborbefund

Mit onlinebefunde können Laboraufträge jetzt einfach und schnell elektronisch erfasst werden – das System spart Ihnen Zeit und Ressourcen.

Lexikon zum Laborbefund

Prinzip der photometrischen Hb-Messung

Die in einer Lösung enthaltenen Moleküle ab­sorbieren einen Teil des eingestrahlten Lichts. Der Quotient aus Intensität des durchgelassenen Lichts (I) und des einfal­lenden Lichts (I0) wird als Transmission be­zeichnet.

              I

    T = _______

              I0

Dieser Wert kann maximal 1 bzw. 100 % sein. Die Extinktion E ist definiert als der Logarith­mus I0 : I.

Die Extinktion ist dimensionslos und abhän­gig von der Dicke der Küvette, in der Regel 1 cm, der Konzentration der Substanz und dem spezifi­schen mikro­molaren Extinkti­onskoeffizienten. Dies be­zeichnet man als das Lambert-Beer‘sche Gesetz:

E = e · c · d

Unter dem mikromolaren Extinktionskoeffi­zienten Epsilon versteht man die Extink­tion ei­ner Lösung, die ein mmol Substanz in ei­nem ml Lösung enthält.

Der mikromolare Extinktionskoeffizient beträgt bei 546 nm = 44,0, d.h. eine Lö­sung von  1 mmol Cyanhämiglobin pro ml hat eine Extinktion von 44.

Da man in der Regel die Hämoglobinkon­zentra­tion in g/dl angibt, muss das Mole­kulargewicht berücksichtigt werden.

1 mmol Hämoglobin entspricht 64,5 mg Hämo­glo­bin und zeigt bei 546 nm eine Extink­tion von 44. Eine Extinktion von 1,0 entspricht also ei­ner Kon­zentration von

/ ml, umgerechnet auf g/dl

 
64,5 mg Hb

g Hämoglobin/dl

 
       44

6,45

  44

Da das Blut mit der Transformationslö­sung in Verhältnis 1 : 251 verdünnt wird, ist diese Ver­dünnung zu berücksichtigen.

     6,45 x 251     =  36,8

            44

Um die gesuchte Hämoglobinkonzentra­tion in g/dl Blut zu erhalten, muss also nur die abgele­sene Extinktionsdifferenz mit 36,8 multipliziert werden.

Störmöglichkeiten dieser Reaktion

Erhöhte Leukozytenzahlen führen zu einer Trü­bung des Testansatzes und damit zu fälschlich hohen Extinktionen. Daher ist der Ansatz bei Leukozytenzah­len von über 30.000/ml vor der photometri­schen Mes­sung zu zentrifugieren.

Bei einer Vermehrung von Immunglobuli­nen des Typs IgM - das kann bei einer Reihe von Erkran­kungen beispielsweise bei Leberzirrhose oder dem Morbus Wal­denström vorkommen - kann es ebenfalls zu einer Trübung des Testansatzes kom­men. Auch hier lassen sich durch hochtou­ri­ges Zentrifugieren die ausgefällten Im­munglo­buline sedimentieren.

Auch hohe Triglyceridwerte können zu ei­ner Trübung des Plasmas führen. Diese Triglyceride lassen sich jedoch durch Zentrifugieren nicht be­seitigen, so dass hier eine Messung der Hämog­lobinkon­zentration im Vollblut nicht möglich ist. Eine mögliche Lösung dieses Problems besteht in der Zentrifugation der Vollblut­probe, das mil­chige Plasma wird vollstän­dig abpipettiert und durch die gleiche Menge physiologischer Koch­salzlösung ersetzt. Erst dann wird die Hämoglo­binbe­stimmung in gewohnter Weise durchge­führt.

Der Übergang aus der senkrechten in die hori­zontale Körperlage führt innerhalb ei­ner halben Stunde zu einer Verdünnung des Blutes um etwa 10 %. Erfolgt umge­kehrt ein Übergang aus der liegenden in die senkrechte Körperhaltung, so tritt eine Konzentrierung noch rascher ein. Diese Zunahme der Konzentration im Stehen bzw. der Abnahme im Liegen betrifft ins­besondere alle hochmolekularen Ele­mente des Blutes und damit auch die Hb-Bestimmung.

Normbereich  (leichte Unterschiede von Labor zu La­bor):

Mann: 14-18 g/dl, Frau: 12-16 g/dl,

Neugeborene: bis 24 g/dl


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


Suche