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Lexikon zum Laborbefund

Kenngrößen der Erythro­zy­ten

Erythrozyten

Entsprechend der Zählung der weißen Blutkör­perchen ist auch die Zahl der roten Blutkörper­chen, also der Erythrozyten von Bedeutung. Die Zahl der Erythrozyten lässt sich entweder, ana­log zur Zählung der Leukozyten, durch die mik­roskopische Auszählung in Zählkammern oder mittels elektronischer Zählgeräte ermitteln. Wie alle Zählkammer-Verfahren ist auch die für die Erythrozytenzählung schlecht reprodu­zierbar, so dass die bei elektronischen Zählgeräten erreich­bare Genauigkeit her­vorzuheben ist.

Das Prinzip der elektronischen Zählgeräte ist be­reits bei den Leukozyten bespro­chen; jeder Durchtritt einer Zelle durch eine Kapillaröffnung erzeugt eine Wider­standsänderung, deren Größe dem Parti­kelvolumen proportional ist. Man er­hält so nicht nur eine Information über die Zahl der Zellen, sondern auch eine Vo­lumenver­tei­lungskurve der Erythrozy­ten. Da die Leukozy­ten vorher nicht von den Erythrozyten getrennt wur­den, werden diese fälschlich als Erythrozyten mit­ge­zählt. Der Fehler beträgt jedoch bei nor­ma­len, im peripheren Blut existierenden Zellzahlen, also ca. 5000 bis 10000 Leuko­zyten bei 5 Millio­nen Erythrozyten, unge­fähr 1 bis 2  Promille und kann daher toleriert werden. Bei Leukozyten­zahlen von mehr als 100000 und noch gerin­ge­ren Erythro­zytenzahlen (kleiner 2 Millionen) muss dieser Fehler jedoch unbedingt be­rück­sichtigt werden.

Für die Erythrozyten können damit folgende Pa­rameter ermittelt werden: Mittlere Corpusculäre Hämoglobinkonzentration (MCH), Mittleres Corpusculäres Volumen der Erythrozyten (MCV), die Anzahl besonders großer, bzw. klei­ner Erythrozyten (% Makro, % Mikro), die An­zahl von Erythrozyten mit besonders großem, bzw. besonders kleinem Hb-Ge­halt  (% Hyper, % Hypo). Die Bestimmung des Hämoglobins (Hb) erfolgt apparativ photometrisch im gleichen Untersuchungsgang. Der Hämatokrit (Hkt), der relativen Volumenanteil der roten Blutkör­per­chen, wird auf rech­neri­schem Wege ermittelt.

Normbereich:

Männer 4,5-6,3 Millionen/µl Blut

Frauen 4,2- 5,4 Millionen/µl Blut.

Die drei hämatologischen Kenngrößen, Hämog­lobin, Hämatokrit und Erythrozyten­zahl, lassen sich sinnvoll miteinander kom­binieren. Insbe­sondere bei Anämien ist es wichtig zu wissen, ob die Ur­sache darin liegt, dass entweder insgesamt zu wenig Erythrozyten vorhanden sind oder in je­dem Erythrozyten zu wenig Hämoglobin ist oder eine Kombination von beidem vor­liegt.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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