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Lexikon zum Laborbefund

Mittlere corpusculäre Hämoglobinkon­zentra­tion (MCHC)

Aus dem Hämatokrit und der Hämoglobin­kon­zentration errechnet sich nun das so­genannte MCHC, die mittlere corpuscu­läre Hämoglo­binkonzentration. Sie ist definiert als die Hä­moglobinkonzentration in g/dl Blut dividiert durch den Hämatokrit:

      Hb · 100

MCHC [g Hb/dl Erythrozyten]=

                                                          Hk

Diese mittlere corpus­culäre Hämoglobinkon­zentration erweist sich unter den verschiedensten Bedingungen als er­staunlich konstant. Das be­deutet, dass hyper­chrome Anä­mien vorwiegend makrozytär und hy­poch­rome Anämien überwie­gend mikrozytär sind.

MCHC-Verminderungen finden sich bei Sphärozytose, Eisenmangel und Thalassämia major, MCHC-Erhöhungen meist artefiziell bei Erythrozytenagglutination (z. B. durch Kälteagglutinine).

Normbereich

32 und 36 g Hb/100 ml Erythrozyten

Zwei klinische Beispiele für die Beurteilung der Erythrozytenindizes:

Bei der Untersuchung einer Patientin wird neben einer hochgradigen Blässe, Müdig­keit und Kon­zentrationsschwäche festge­stellt. Im Blutbild er­gibt sich folgenden Befund:

 

Hb       9,3 g/dl                      12-16

Erys     4,6 Mill/µl                  4,2-5,4

Hk       33 %                          36-46

MCH   20 pg                         28-34

MCV   70 fl                           83-99

MCHC 29 g Hb/dl Erys         32-36

Ferritin 10 ng/ml                  15-150

Verdachtsdiagnose: hypochrome, mikro­zytäre Anä­mie, z. B. bei Eisenmangelanämie

Ein 54-jähriger Patient gibt an, dass seine Füße oft gefühllos seien, er dort ein Krib­beln verspüre und sein Gang oft unsicher sei. Alkohol trinkt er nicht.

Im Blutbild ergibt sich folgenden Befund:

Hb        3,4 g/dl                    14-18

Erys      0,62 Mill/µl             4,5-6,3

Hk        9,6 %                       36-46  

MCH    54 pg                        28-34

MCV   155 fl                         83-99

MCHC 35 g Hb/dl Erys         32-36

Ferritin 280 ng/ml                30-400

Es handelt sich um eine hyper­chrome, makro­zytäre Anämie, bedingt wahrscheinlich durch Vitamin-B12- oder Fol­säure-Mangel.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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