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Lexikon zum Laborbefund

Hämorrhagische Diathesen

Abhängig von der Ursache unterscheidet man:

Gefäßbedingte Blutungsneigung, die sog. Vaso­pathien, bedingt durch eine erhöhte Durchlässig­keit der Gefäßwände.

Blutungen, die entweder durch eine Ver­minde­rung der Thrombozyten oder eine ge­störte Throm­bozytenfunktion bedingt sind.

 

Koagulopathien mit Störungen des plasma­ti­schen, bzw. fibrinolytischen Sys­tem

70% der Störung betreffen die Thrombo­zyten, ca. 25% die Koagulopathien und der geringe Rest die Vasopathien.

Bei den Blutungsarten unterscheidet man die punktförmigen Petechien, die insbeson­dere bei Thrombozytopenien, -pathien und Vasopathien auftreten.

Hämatome sind ein weitverbreitetes Sym­ptom, ohne dass eine Hämostasestörung zugrunde liegt. Verdächtig sind Hauthä­matome am ganzen Kör­per für schwere Koagulopathien wie Hämophilie A oder B.

Nasenbluten ist häufig ein Zeichen für Thrombo­zytopenien. Gastrointestinale Blutungen allein ha­ben meist eine lokale Ursache, z. B. ein Ulcus.

Hämaturie alleine ist meist lokal bedingt, aber auch als Komplikation bei der Anti­koagulan­tientherapie denkbar.

Gelenkblutungen sind typische Manifesta­tion der Hämophilie A und B.

Bei den Vasopathien unterscheidet man gene­tisch fixierte von erworbenen Gefäß­erkrankun­gen. 

Grund für eine solche Gefäßwandschwä­che ist der Schwund elastischer Fasern, z. B. beim M. Randu-Osler. Es kommt zur Entwicklung von Teleangiektasien mit schwer stillbaren Blutun­gen.

Erworbene Gefäßkrankheiten treten häufig als Folge anderer Grunderkrankungen auf. Ursachen sind hier entzündliche Gefäß­schädigungen, die zu ge­steigerter Durch­lässigkeit der Kapillaren führt. Dazu gehört auch die Pupura Schönlein-Hen­noch, die relativ häufig im Kindesalter auf­tritt.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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