Lexikon zu Ihrem Laborbefund

Mit onlinebefunde können Laboraufträge jetzt einfach und schnell elektronisch erfasst werden – das System spart Ihnen Zeit und Ressourcen.

Lexikon zum Laborbefund

Faktor Xa-Inhibitoren

Fondaparinux (Arixtra®), Apixaban (Eli­quis®) und Rivaroxaban (Xarelto®) sind Ver­­treter ei­ner eige­nen Sub­stanzklasse, den in­di­rekten bzw. se­lek­tiven Faktor Xa-In­hi­bito­ren.

Die antithrombotische Wirkung von Fonda­pari­nux beruht auf einer Antithrombin III ver­mittelten Hemmung des Faktors Xa. Im Ver­gleich zu einer Therapie mit Standard­he­parin oder Niedermolekularem He­pa­rin (NMH) tre­ten erheblich weniger Neben­wirkungen (HIT II etc.) auf. Die Elimination von Fondaparinux er­folgt aus­schließ­lich renal

Apixa­ban und Rivaroxaban kön­nen im Gegen­satz zum Fondaparinux oral verabreicht wer­den und können daher gut im ambulanten Bereich häufiger eingesetzt werden. Sie hemmen den Faktor Xa direkt und benötigen dazu nicht An­tithrombin III.

Die In­hibierung des Faktors Xa be­wirkt eine Un­ter­brechung der Blut­ge­rin­nungs­kaskade und damit einen anti­throm­bo­tischen Effekt. Da Faktor-Xa-Hemmer nicht an den Plättchen­faktor 4 binden, können sie daher keine He­parin-in­du­zierte Thrombo­zyto­penie auslö­sen. Die PTT- und Quick (INR)-Be­stim­mun­gen sind zur Fest­stel­lung einer anti­koagu­latorischen Wirkung durch Rivaroxaban nicht geeignet.

Die Elimination von Apixaban erfolgt zu 25 % renal, zu 75 % biliär. Ri­varoxaban wird von CYP ab- und unabhängigen Mechanismen me­tabolisiert, aber auch zu ca. ei­nem Drittel direkt renal eliminiert.

Die quantitative Messung der Plasmakon­zen­tra­tion kann mittels einer Anti-Faktor Xa-Ak­tivität-Bestimmung mit entsprechendem Kali­brator er­folgen. Die Blutab­nahme sollte 2 – 4 Stun­den nach Gabe (Maxi­malspiegel) er­fol­gen.  Ein direktes Anti­dot für Faktor Xa-In­hi­bito­ren gibt es nicht.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


Suche