Lexikon zu Ihrem Laborbefund

Mit onlinebefunde können Laboraufträge jetzt einfach und schnell elektronisch erfasst werden – das System spart Ihnen Zeit und Ressourcen.

Lexikon zum Laborbefund

Therapie mit Aggregationshemmer

Aggregationshemmern wie ASS (Aspirin®), Clopidogrel (Tiklyd®), Prasugrel (Efient®   oder Ti­klo­pidin (Iscover®, Plavix®) bewirken eine ca. 5 bis 7 Tage dauernde irreversible Hem­mung der Thrombo­zyten-Aggregations­fähigkeit. ASS wirkt über die Hemmung der Cyclooxygenase in den Thrombozyten und der Blockierung der Thromboxan A2-Bildung, Clopidogrel, Prasugrel und Ticlopidin führen zu einer Verminderung der ADP-induzierten Aggregation.

Ihr Ein­satz be­schränkt sich im allgemei­nen auf das Hochdrucksystem des Kreis­laufs. Hier spielen thrombozytenaktivie­rende Turbulen­zen eine Rolle. Auch ist der Gehalt an Prosta­cycli­nen in der Ve­nenwand acht­mal so hoch wie in der Arte­rienwand, sodass der physiolo­gische Schutz im Nieder­druck­system den Ein­satz der Aggregati­onhemmer im allgemeinen überflüssig macht. Verwendet wer­den Aggre­gationhemmer bei atherosklerotischen kardio­vaskulärer Erkran­kun­­gen, nach einem In­farkt sowie nach Schlag­anfällen.

Ein neuer therapeutischer Ansatz ist die Ver­wen­dung von Glykoprotein IIb/IIIa-Rezep­tor-Hem­mern. Im Blut befindliches Fibrinogen oder v. Will­lebrand-Faktor  binden an den GP-IIb/IIIa-Rezeptoren der Thrombo­zyten und ver­­netzen die Thrombozyten. Durch die Blo­ckade durch mo­no­klonale Antikörper  wie Ab­ciximab (ReoPro®) oder An­ta­gonisten wie Epti­fibatid, Tiro­fiban und Lami­fiban wird die Plätt­chen­akti­vität potent ge­hemmt.

Die Kontrolle einer Therapie mit Ag­gre­gation­hemmern erfolgt mit dem Thrombo­zyte­n­agggre­gationstest nach Born oder anderen Plätt­chen­funktion­analyzern. Viele Bemü­hun­gen in der Forschung zie­len augen­blicklich darauf ab, em­pfind­­lichere Test­systeme des Aktivierungs­zu­stands der Throm­bozyten zu entwickeln.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


Suche