Lexikon zu Ihrem Laborbefund

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Lexikon zum Laborbefund

PFA

Der Plättchenfunktionanalyzer PFA®-100 si­mu­liert in-vitro eine kapillären Blutstillung durch die Thrombozyten. Antikoaguliertes Citratblut fließt über eine Kapillare durch eine kleine Apertur einer Kollagenmembran, die mit aktivierenden Substanzen beschichtet ist. Durch die Adhäsion und Aggregation der Thrombozyten kommt es zum Verschluß dieser Öffnung. Die Zeit bis zum Stillstand des

Blutflusses wird als Verschlusszeit in Sekun­den gemessen.

Die Messzelle Kollagen/ADP (Koll/ADP) wird zur Detektion von hereditären Throm­bo­zy­topathien oder hereditären bzw. er­worbene von Willebrand-Syndromen ver­wen­det, wäh­rend die Messzelle Kollagen/Epinephrin (Kol/Epi)  primär zur Erkennung von medi­ka­men­tös bedingten Thrombozyto­pathien, v.a. durch ASS, eingesetzt wird. Über die neue P2Y-Kar­tusche kann die Wirkung von Thieno­pyridinen gemessen werden (Clopidogrel).

Pathologisch sind verlängerte Ver­schluss­zeiten; verkürzte Zeiten sollen auf eine Thrombose hinweisen. Die Kombi­nation einer verlängerten VZ Koll/Epi mit einer normalen VZ Koll/ADP ist relativ spezifisch für einen Aspirin-Effekt und eignet sich somit für ein ASS-Monitoring vor einer OP oder vor Biopsie bei Patienten nach Myokarfinfarkt und Schlaganfall. Entsprechend kann man Pa­tien­ten mit einer schlechten Ansprech­barkeit auf As­pi­rin oder solche mit einer schlechten Com­pliance identifizieren.

Verlängerte Verschlusszeiten bei beiden Membranen können auf eine von Willebrand-Erkrankung oder andere, aller­dings viel sel­tene­ren Thrombo­zytopathien hinweisen und kön­nen ggf. einer weiteren Diagnostik zu­ge­führt werden. Bei bekannter von Wille­brand-Erkrankung erlaubt der Test die Über­prüfung der Wirksamkeit einer Minirin­therapie.

Normbereich: Kollagen/Epinephrin: 85 bis 165 Sekunden; Kollagen/ADP: 71 bis 118 Se­kun­den;  P2Y (zur Wirkmessung Clopido­grel): > 106 Sekunden.

Der Messbereich liegt zwi­schen  40 und 300 Se­kunden (alle Messparameter).

Es werden spezielle PFA-Röhrchen (je 4 ml gepuffertes Citratblut (3,8 %), ungekühlt und nicht zen­trifugiert) benötigt, Transport innerhalb von 4 Stun­den ins Labor.

 


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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