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Lexikon zum Laborbefund

Fibrinogen

Fibrinogen wird in der Leber synthetisiert. Es besteht aus drei unterschiedlichen Polypep­tidketten-Paaren, die durch Disulfidbrücken unter­einander verknüpft sind. Bei der Gerin­nung wird  Fibrinogen durch Thrombin in unlösliches Fibrin überführt; dabei wird es fast vollständig verbraucht und ist daher in Serum nicht nachweisbar.

Biologische Halbwertszeit: 100-112 Stunden

Indikation: Abklärung einer hämorrhagischen Dia­these, Verdacht auf Fibrinogenmangel, Leber­funktions­störungen, Hyperfibrinolyse

Transport: unkritisch

Methoden: Die Fibrino­gen­bestimmung nach Clauss, letzt­lich eine modifi­zierte Thrombin­zeit­bestim­mung. Bei der Thrombinzeit (TZ) gibt man zu unver­dünntem Pati­en­tenplasma eine Throm­­bin­lösung bekannter Akti­vität;  Mess­grö­ße ist die tubidimetrisch ermittelte Gerinnungs­zeit in Sekunden.

Zur Ermittlung der TZ verwendet man un­verdünn­tes Patientenplasma, um den Einfluss von Inhibito­ren wie Heparin und Spaltprodukte zu prüfen. Um diesen Einfluss ver­hin­dern, ver­dünnt man das Patientenplasma 1:10 bis 1:20. Damit ist die Wirkung von vor­handenen Inhibi­toren zu vernachlässi­gen; bei Zugabe von Thombin ist die gemessene Gerin­nungszeit nur vom Fibrino­gengehalt der Probe abhängig. Mit Verdünnung von Plasma, dessen Fibrino­genge­halt chemisch ge­nau quantifiziert wurde, kann dann eine ver­glei­chende Be­zugs­kurve aufgestellt werden.

Größere Mengen zuge­führtes Heparin oder ent­ste­hende Spaltprodukte können trotzdem die Messzeiten verlängern, so­dass sich falsch nied­rige Fibrino­genkonzen­tratio­nen erge­ben würden.

Eine weitere, für die normale Rourine allerdings nicht geeignete Methode für die Fibrinogen­bestimmung ist die Hitzefibrinfällung nach Schulz. Hierbei wird das Plasma für 10 Minuten auf 56° erhitzt, sodass Fibrinogen als Hitzefibrin ausgefällt wird. Dann wird das so behandelte Plasma in Spezialröh­ren zentrifugiert; aus der Menge des abzentrifugierten Sediments kann dann die Menge des Fibrinogens ermittelt wer­den. Diese Methode wird, anders als die Be­stimmung nach Clauss, durch Heparin nicht be­einflusst.

Als Derived Fibrinogen versteht man die Ermittlung des Fibrinogens als quan­titative Trübungsmessung bei gleichzeitiger Bestim­mung der Prothrombinzeit, da mit zunehmender Fibrinogenkonzentration auch die Trübung der Probe zunimmt.

Ebenfalls routinemäßig selten angewandt ist die immu­nologische Fibrinogenbestimmung. Mittels spe­zifischer Antikörper ist es mög­lich, selektive An­tikörper an das in der Probe befindliche Fibrino­gen zu binden und diese Reaktion tur­bi­do­metrisch zu messen.

Normbereich: 200-400 mg/dl


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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