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Lexikon zum Laborbefund

Faktor XII

Faktor XII wird in der Leber gebildet. Gebunden wird er physiologisch an negativ geladenen Phospholipidoberflächen, aber auch an un­phy­sio­logischen Oberflächen wie Kollagen, Elastin, Kaolin oder Glas, an denen er auch ak­tiviert wird. Seine Plasma­konzentration beträgt ca. 10 bis 50 µg/ml. Geringe Konzentratio­nen finden sich auch im Serum.

Faktor XIIa aktiviert einerseits Faktor XI, andererseits kommt es durch die Bildung des Kal­likreins aus Präkallikrein gleichzeitig zu einer Aktivierung des fibrinolytischen Systems so­wie des Kallikrein-Kinin-Systems.

Eine Verminderung führt zu einer  verlängerten aPTT; Patienten mit ver­minderter Faktor XII-Konzentration haben je­doch keine Blutungs­neigung, da die durch Fak­tor XII induzierte Aktivierung, bzw. Spaltung von Faktor XI durch Thrombin kompensiert wird.

Im Gegensatz zum seltenen angeborener Faktor XII-Mangel wird ein erworbener Mangel u. a. gelegentlich bei Lebererkrankungen, erhöhtem Umsatz von Gerinnungsfaktoren bei Verbrauchs­koagulopathien oder einem nephrotischen Syn­drom beobachtet.

Biologische Halbwertszeit: 50-70 Stunden.

Indikation: verlängerte aPTT, Thrombosen

Methode: Patientenplasma wird mit einem Fak­tor XII-Mangelplasma verdünnt. Dadurch wird die Faktor XII-Aktivität des Patienten­plasmas in der nachfolgende aPTT-Bestimmung zur bestim­menden Komponente. Bei der turbi­dimetrischen Messung wird die Gerin­nungszeit in Sekunden ermittelt und diese Zeit auf eine Standardkurve, die mit einem Normal­plasma erstellt wurde, bezogen.

Normbereich: 60 – 140 %


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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