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Lexikon zum Laborbefund

Hemmkörper gegen Gerinnungsfakto­ren

Der pathologische Ausfall eines Gerin­nungs­tests, eines Global-, Phasen- oder Faktorentests, kann nicht nur auf eine verminderte Aktivität, sondern auch auf die Anwesenheit eines Hemm­körpers zu­rückzuführen sein. Solche neutralisie­ren­den, ge­gen spezielle Gerinnungsfaktoren ge­richtete Hemmkörper können einmal bei der Hä­mophilie, aber auch bei einer Reihe anderer Er­krankungen beobachtet wer­den.

Bei schweren Hämophilien muss der ent­spre­chend verminderte Faktor regelmäßig substitu­iert wer­den. Durch die regelmä­ßige Zufuhr eines solchen immunogen wirkenden Proteins kann es bei ca. 10 % der Patienten zur Bildung spezifi­scher An­ti­körper gegen diese Faktoren kommen, sodass de­ren Aktivität gehemmt wird. Dies be­zeichnet man als Hemmkörper- Hämo­philie.

Neutralisierende Hemmkörper können je­doch auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Dazu gehören Infektionen, M. Crohn, Colitis ulcerosa und auch Medika­mentenallergien z. B. gegen Pe­nicillin. Am häufigsten sind solche Hemm­körper ge­gen Faktor VIII gerichtet. Die klini­schen Sym­ptome sind vielfältig, bei entspre­chender Blu­tungsbereitschaft sollte mit Immun­suppressiva therapiert werden.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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