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Lexikon zum Laborbefund

Phospholipidantikörper, Lupus-Antikörper

Phospholipid-Antikörper (APA) kommen bei ei­ner Vielzahl von Autoimmunerkran­kungen, ins­besondere beim Lupus Erythematodes (LE) und der primär biliä­ren Cirrhose (PBC) vor. Die be­schriebe­nen Antikörper sind aber auch mit wie­te­ren Symptomen assoziiert. Ob­wohl Phospho­li­pid-Antikörper also in vitro eine ver­län­gerte „Ge­rinnung“ bedingen, führen sie in vivo zu ei­ner Thromboseneigung.

Das sogenannte "Primäre Antiphospholi­pid-Syndrom" betrifft insbesondere schwangere Pa­tientinnen mit habituellen Aborten, Präeklampsie oder tiefen Beinve­nenthrombosen. Kleine Throm­bosen in den Venen und Arterien unter­binden dabei eine ausreichende Blutversorgung der betroffenen Organe. APA-positive Patien­ten zeigen auch häufig eine generelle Thrombose­neigung, dadurch bedingte ge­häufte Miniinfarkte sowie eine entspre­chende neurologische Sym­ptomatik. Auch bei gesunden Menschen können hin und wieder APA nachgewiesen werden. Meist handelt es sich bei diesen Personen um Verwandte von Patienten mit einem An­tiphospholipid-Syndrom, was darauf hin­weist, dass es sich hier um eine zumin­dest teilweise erbliche Erkrankung han­delt. Auch diese Perso­nen weisen ein er­höhtes Risiko für thromboti­sche Ereig­nisse auf.

Das Lupusantikoagulanz, benannt nach seinem häufigen Auftreten bei Patienten mit LE, ent­spricht den Phospholipid-Anti­körpern und wird durch eine verlängerte PTT oder den „Diluted Russel"s Viper Venom (DRVVT)“-Test  nachge­wiesen.

Das Schlangengift der Vipera russelli aktiviert direkt die Faktoren X und V. Dieses führt in einer Calcium- und Phospholipidantikörper-ab­hängigen Reaktion zu einer Umwandlung von Pro­thrombin in Thrombin, das dann die Gerin­nung auslöst. In Anwesenheit von Lupus­anti­koagulanz (LA) wird die Thrombin­bildung ver­zögert. Der DRVVT-Test umgeht den Faktor VII des extrinsischen sowie die Kontakt- und anti­hämophilen Faktoren des intrinsischen Sys­tems  (XII, XI, IX, VIII) und ist daher sensitiver und spezifischer als eine lupus­empfindliche PTT.

Indikation: Screening-Test auf LA, immer in Kom­bination mit Phospholipidantikörpern. Pa­tho­­logisch bei LA, aber auch bei einem Man­gel an Faktor X, V oder II, oder Fibrinogen.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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