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Lexikon zum Laborbefund

Faktorenerhöhungen als Thrombose­ursache

Hyperkoagulabilitätsindex

Bei erhöhten Aktivitäten der Faktoren II, VII und X sollten die Aktivitäten der Fakto­ren IX, XI sowie die des Antithrombins zu­sätzlich be­stimmt werden, um einen präthrombotischen Zu­stand bzw. eine Thrombophilie zu erkennen. Bewährt hat sich die Ermittlung des sog. Hyper­koagu­labilitätsindex, der als Quotient aus den Aktivitäten der Gerinnungsfaktoren X und II zur Aktivität des Antithrombins gebildet wird.

Faktor II

Eine angeborene Erhöhung wird bei der throm­bogenen Prothrombinmutation G20210A be­schrieben, diese ist wegen der starker Überlap­pung mit dem Normbe­reich zur Differentialdi­agnose jedoch nicht geeignet.

 

Faktor VIII

Eine dauerhaft gesteigerte Faktor VIII-Akti­vität ist als Risikofaktor für Thrombo­sen mittlerweile gut belegt. Da sich der Faktor VIII wie ein Akutphasenprotein ver­hält, ist ein einmaliges Ergebnis jedoch wenig aussagekräftig, insbeson­dere wenn es während eines stationären Aufent­halts erhoben wird. Bei Lebererkrankun­gen eben­falls häu­fig erhöht.

Eine Erhöhung des von Willebrand-Fak­tors gilt als Marker einer Endothelaktivie­rung und deutet vor allem auf ein erhöhtes Risiko für arterielle Verschlüsse hin. Auch dauerhaft erhöhte Fibri­nogenwerte gehen mit einem vermehrten Auf­treten vor allem von arteriellen Thrombosen ein­her. Von Willebrand-Faktor und Fibrinogen sind ebenfalls Akutphasenproteine, so dass hier die gleichen Einschränkungen gelten wie beim Faktor VIII. Die zusätzliche Be­stimmung des CRP kann in diesem Zu­sammenhang sinnvoll sein.

 

Faktor IX und Faktor XI

Dauerhaft erhöhte Werte dieser Faktoren sollen nach neueren Er­kenntnis­sen ebenfalls zu einem er­höhten Thromboseri­siko führen.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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