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Lexikon zum Laborbefund

Verfahren zur Erfassung der fibrinolyti­schen Aktivität

Durch Fibrinolyse werden alle Globalteste be­einflusst. Recalcifizierungszeit und PTT sind ver­längert, der Quick ist vermindert. Die Throm­binzeit ist ebenfalls verlängert, da einmal das Fibrinogen durch Plasmin ebenfalls abgebaut wird und die Spaltpro­dukte die Fibrinpolymeri­sation hemmen. Entsprechend wird auch die Reptilasezeit, die zwar Heparin unempfindlich ist, durch Spaltprodukte verlängert.

Ein bereits lange bekannter Globaltest zur Erfas­sung der fibrinolytischen Aktivität ist die sog. Euglobulin-Lyse-Zeit. Dabei macht man sich die Tatsache zunutze, dass in Plasma, das man bei 0 Grad mit schwacher Essigsäure verdünnt, bei ei­nem pH von 5,0 - 5,5 eine Proteinfraktion aus­fällt, die man als Euglobuline bezeich­net. In die­sem Niederschlag befindet sich Fibrinogen, Plas­minogen, Plasminogenakti­vatoren und vor allem eben eventuell freies Plasmin, während die Inhi­bitoren im Überstand verbleiben. Diese Euglo­bulinfraktion wird mit Throm­bin zur Gerinnung gebracht; gemessen wird, wie schnell die Plas­minogenaktivato­ren und das vielleicht bereits vorhandene Plasmin das Gerinnsel wieder lysie­ren kann. Diese Zeit nach der Thrombinzu­gabe wird als Euglobulin-Lyse-Zeit be­zeichnet. Bei schwerer Hyperfibrinolyse, wenn viel Plasmino­genaktivator in der Probe ist, erfolgt die Auflö­sung des Ge­rinnsels innerhalb kürzester Zeit, die Euglobulin-Lyse-Zeit ist also bei Hyper­fibrino­lyse ver­kürzt. Der Test ist nur noch historisch von Interesse.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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