Lexikon zu Ihrem Laborbefund

Mit onlinebefunde können Laboraufträge jetzt einfach und schnell elektronisch erfasst werden – das System spart Ihnen Zeit und Ressourcen.

Lexikon zum Laborbefund

Substitution von Gerinnungsfaktoren

Bei ⅔ der Störungen des Gerinnung­systems handelt es sich um Thrombozy­topenien, bzw. -pathien, sehr selten um Va­sopathien, bei ca. 5% dem v. Wille­brand-Syndrom und nur bei ⅓ um Koagulo­pathien. Vom überwiegenden Teil der plasmatischen Gerinnungsfaktoren ist die Leber als Bildungsort bekannt. Bis heute ist man je­doch nicht in der Lage, den Leberstoffwechsel so zu beeinflussen, um die Syntheseleistung der Gerin­nungsfaktoren verbessern zu können. Da die Gerinnungsfaktoren durch das Ge­webe dif­fundieren, richtet sich die Dosie­rung nach dem Körpergewicht. Dabei lässt sich folgender Erfah­rungssatz ableiten:

Eine Einheit eines Faktors pro Kilogramm Kör­per­gewicht erhöht die Aktivität um 1 %.  Eine Einheit ist die Aktivität von 1 ml frischem Plasma einer gesunden Normalperson.

Im praktische Rechenbeispiel bedeutet das:

Will man einem Patienten mit Hämophilie A Faktor VIII von 0 auf 60% anheben, braucht man 60 E/kg Körpergewicht. Bei 70 kg benötigt man also 4200 Einheiten, das entspricht 4200 ml Plasma. Hier stößt man also schnell an die Gren­zen der The­rapie. Bis 1950 wurden solche plas­mati­schen Gerinnungsstörungen weitgehend mit Plasma- und Blutsubstitution behan­delt. Erst die Kenntnis der Separation be­stimmter Plasmafrak­tionen führte zu Ent­wicklung hochkonzentrierter Präparate. Einzelheiten der Therapie mit Plas­ma­frak­tionen, bzw. hochgereinigten Komponen­ten würden hier zu weit führen..


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


Suche